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Buchempfehlungen (Rezensionen)
Im Folgenden stelle ich Ihnen Bücher vor, die ich selbst als besonders hilfreich, nützlich und informativ ansehe. Diese Sammlung wird nach und nach ergänzt.
Deutschsprachige Literatur
Gottes Güte und die Übel der Welt
Streminger, Gerhard: 1992, →Gottes Güte und die Übel der Welt, Das Theodizeeproblem, Mohr Siebeck, Tübingen. Eine kurze Zusammenfassung finden Sie unter →Von der Güte Gottes und die Leiden der Welt. Ein Überblick über das Theodizeeproblem.
In diesem Buch geht Streminger eines der wirklich packenden Probleme des monotheistischen Glaubens an: das Theodizeeproblem. Er stellt das Problem dar, die verwendeten Begriffe und analysiert dann sämtliche Einwände pro und contra in einer gründlichen Tiefe. Fazit des Buches: Das Theodizeeproblem ist nicht nur ungelöst, es ist außerdem auch noch unlösbar. Diese Behauptung wird brillant begründet, vor allem durch Rückgriff auf die Religionskritik von Schopenhauer und David Hume.
Was die Arbeit von Streminger auszeichnet, sind vor allem die Breite und die Tiefe der Argumentation. Jedes Argument wird genauestens analysiert und Punkt für Punkt widerlegt, und zwar auf allen Ebenen. Und immer, wenn man denkt, dass es mehr Einwände und Argumente nicht geben könne, dann findet er doch noch eine weitere Entgegnung.
Das Buch ist auch noch interessant und spannend zu lesen, und selbst wer nicht allen Argumenten folgen kann, der wird eine Fülle von Anregungen und Ideen und Denkanstößen finden. So existieren nicht nur Kapitel zu besonderer Literatur, die sich mit dem Leid in der Welt beschäftigt, sondern auch noch ein Kapitel zur jesuanischen Ethik und ihrer Kritik. Alles in allem ist dieses Buch eine sehr gute Auseinandersetzung mit dem Thema aus skeptischer Sicht, und jeder Theologe sollte es gelesen haben, um zu wissen, welche ungelösten Probleme seiner harren. Für Atheisten zeigt es, wie man mit rationaler Argumentation selbst mit theistischen Argumenten umgehen kann, die unwiderlegbar scheinen. Daher gibt es auch ein faszinierendes Kapitel zur Auseinandersetzung zwischen Vernunft und Glauben.
Die Konsequenzen aus dem Werk sind verheerend, denn es kann keinen gütigen Gott geben (und zwar selbst dann, wenn Gott als nicht allmächtig gedacht wird). Die Argumentation trifft sowohl das Christentum als auch den Islam.
Englischsprachige Literatur
Atheism - The Case Against God
Smith, George H.: 1979, →Atheism : The Case Against God, Prometheus Books, New York.
Dies ist wohl das Standardwerk über Atheismus. Mit profunder Kenntnis argumentiert Smith gegen die Erkennbarkeit Gottes (der große Schwachpunkt des Theismus) und über das Verhältnis zwischen Vernunft, Glauben und Offenbarung. Ferner werden die gängigsten Gottesbeweise widerlegt, und zwar so gründlich, wie ich das nirgends sonst gelesen habe, und bleibt dabei leicht verständlich. In einem weiteren Kapitel legt Smith dann die Gründe für eine atheistische Ethik dar und entwickelt diese in Grundzügen. Vor allem das letzte Kapitel nimmt dem Buch etwas von seiner Destruktivität.
In dem Buch wird nicht nur der allgemeine Gottesglaube behandelt, sondern Smith geht vor allem schwerpunktmäßig auf den christlichen Gott ein - was angesichts des Übergewichts des Christentums in den USA verständlich ist. Worauf er nur sehr kurz eingeht, ist das Theodizeeproblem, was mich zunächst überrascht hat (dafür ist Streminger, 1992, erheblich besser geeignet). Aber wenn Gott nicht existiert, ist das Theodizeeproblem eine müßige Debatte.
Eine der weiteren Stärken des Buchs ist die Behandlung des Ultra-Skeptizismus, bei dem die Theologen versuchen, Lücken in die Erkenntnis der Wissenschaft zu schlagen, um dort ihre Theologie unterzubringen, oder gar eine theologische Grundlegung der Wissenschaft versuchen (was in Diskussionen meist vereinfacht so begonnen wird, dass man behauptet, die Wissenschaftler würden "auch bloß" an die Grundlagen der Wissenschaft glauben).
Insgesamt überzeugt das Buch durch die Stringenz seiner Argumentation, kombiniert mit der Gründlichkeit, mit der die Argumente gegeneinander abgewogen werden.
Konfusius, er zitiert: "Parallel zur Entstehung des Christentums entstand auch die Kritik dieser neuen Religion. Wir wissen davon heute leider nur noch sehr bruchstückhaft, denn mit dem Aufstieg des Christentums zur Staatsreligion verbunden war die zunehmend brutale Verfolgung ihrer tatsächlichen und vermeintlichen Gegner sowie die möglichst vollständige Ausrottung aller antichristlicher Schriften. So ordnete 325 Kaiser Konstantin mit der Vernichtung der Schrift des Porphyrios „Gegen die Christen“ erstmals eine Bücherverbrennung im Interesse des Christentums an; nach 448 ist kein einziges Exemplar dieser Schrift mehr belegt." (Dr. Wolfgang Proske)
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