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Fragen an Atheisten
Herausforderungen für Atheisten
Dies ist eine Sammlung von Fragen an Atheisten von →Questions and challenges for atheists. Ich werde diese der Reihe nach durchgehen und die Antworten geben, die m. A. nach angemessen sind. Dass die Fragen berechtigt sind, erkenne ich dadurch an, dass ich sie beantworte.
In der Argumentation auf der Website ist allerdings gleich zu Beginn ein logischer Fehler. Es wird behauptet, dass ein Atheist, der die theistischen Erklärungen ablehnt, in der Lage sein muss, Antworten auf die gestellten Fragen zu geben. Aber, ich kann eine Erklärung X ablehnen, ohne dass ich eine Erklärung für das Gegenteil haben muss. Wenn man also die Behauptung, "Vernunft kann nur durch einen Rückgriff auf Gott erklärt werden", ablehne, so muss ich im Gegenzug nicht beantworten können, wie die Vernunft ohne Rückgriff auf Gott erklären kann. Es reicht aus, wenn ich die theistische Erklärung aus logischen und/oder empirischen Gründen zurückweise. Es bedeutet zwar, dass ich der Meinung bin, Vernunft müsse ohne Gott erklärbar sein, aber für diese Meinung reicht es aus, wenn ich das Gegenteil für falsch halte (vorausgesetzt, es gibt nur zwei Alternativen).
Analogie: A wird vor Gericht beschuldigt, ein Mörder zu sein. Ich kann A auch dann für unschuldig halten, wenn ich nicht weiß, wer den Mord an seiner Stelle begangen hat. Wenn nur genau zwei Personen, nämlich A und B, für den Mord in Frage kommen, dann beschuldige ich damit natürlich indirekt B. Allerdings wird meine Unschuldsvermutung stärker, wenn ich zusätzlich gute Gründe präsentieren kann, warum für den Mord nur B verantwortlich sein kann.
Deswegen dienen meine Antworten nicht der Rechtfertigung, warum ich die theistischen Antworten auf die gestellten Fragen für falsch halte. Sie dienen nur der Verstärkung meiner andernorts gegeben Antworten. Aber auch, wenn man meine Antworten für falsch hält, bedingt dies nicht, dass die theistischen Antworten richtig sind. Es kann sein, dass meine Erklärungen schlecht oder unvollständig sind, aber dies stärkt nicht die Position des Theisten, es schwächt auch nicht meine Ablehnung der theistischen Position. Wir wollen hier nicht denselben Fehler der Kreationisten machen, die meinen, wenn sie die Evolutionstheorie (ET) schwächen können, dass sich daraus dann der Kreationismus ergeben würde. Selbst wenn die ET grundfalsch ist, so wird dadurch der Kreationismus nicht richtig, noch entkräftet dies die Argumente gegen den Kreationismus (außerdem: Es sind noch genügend Alternativen zur ET möglich).
Warum sollte man glauben, dass zufällige Kräfte alleine genug Grund für die Existenz des Universums sind, wie wir es beobachten?
Man könnte mit der Gegenfrage antworten, welchen Grund wir zu der Annahme haben, dass dem nicht so ist, aber das wäre zu einfach. Wir können aber sagen, dass das Universum entweder durch natürliche Gegebenheiten entstand, oder dass dies nicht der Fall ist. Natürlich gibt es noch eine dritte Möglichkeit, nämlich die, dass es durch eine Kombination aus natürlichen Ereignissen und einem "willentlichen Agenten" (nämlich Gott) entstanden ist, aber denkwürdigerweise argumentiert niemand so. Ohne auf die Gründe für die entweder-oder-Vereinfachung einzugehen, können wir an dieser Stelle das Entweder-Oder übernehmen, welches wir sowohl von der weitaus überwiegenden Mehrheit der Theisten als auch der Atheisten als Grundannahme zu hören bekommen.
Also:
Entweder, das Universum wurde von Gott geschaffen (1), oder aber es entstand durch natürliche Umstände (2)..
Wenn wir nun - wie ich an verschiedenen Stellen gezeigt habe - gute Gründe haben, (1) zurückzuweisen, dann bleibt (2) als Erklärungsmöglichkeit übrig. Wir haben gute Gründe, (1) zurückzuweisen, weil alle Versuche eines Gottesbeweises (oder Arguments für die Existenz eines Gottes) bislang gescheitert sind. Ferner haben wir bislang im Universum nur natürliche Prozesse nachweisen können, es gibt keinen Grund, nun plötzlich nach einem ganz anderen Grund zu suchen, der nichts mit unserer Erfahrung zu tun hat. Dieser Sprung ist durch nichts gerechtfertigt.
Gegen diese Begründung wird oft das "Theistische anthropische Prinzip" eingewandt, welches ich hier zurückgewiesen habe: Das Theistische anthropische Prinzip I und Das Theistische anthropische Prinzip II. Ich will aber noch einen weiteren Punkt anfügen, der in den beiden Artikeln nicht angesprochen wurde und der aus dem Buch von Stenger 2003 stammt. Stenger (ein Professor für Physik und Astronomie) hat die Gründe, die für eine Annahme eines natürlich entstandenen Universums sprechen, hier zusammengefasst: →The Anthropic Coincidences: A Natural Explanation.
Es wird behauptet, dass die Naturgesetze nur so, wie sie in diesem Universum sind zur Entstehung von Leben führen können, und diese Behauptung ist nachweislich falsch. Tatsächlich könnte man die grundlegenden Naturkonstanten zufällig in einem Bereich vom Tausendfachen ihres jetzigen Wertes variieren, und in der Hälfte aller Fälle würde ein Universum entstehen, in dem Leben möglich ist - allerdings basierend auf den dann ganz anderen Naturgesetzen. D. h., die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass ein durch Zufall mit zufälligen Naturkonstanten und Naturgesetzen entstehendes Universum die Entstehung von Leben ermöglicht. Da dies so wahrscheinlich ist, ist die Annahme, dass das Universum keine Feineinstellung eines Schöpfers benötigt, hoch genug, um es für plausibel zu halten. Zusammen mit den Argumenten, die gegen die Existenz Gottes sprechen, ist damit die Frage beantwortet.
Es gibt übrigens auch keinen Grund, anzunehmen, dass unser Universum das einzige ist, was existiert. Wenn man annimmt, dass das Universum aus Quantenfluktuationen entsteht, ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Fülle von Universen entsteht, sehr, sehr hoch. In einigen gibt es dann Leben (und Lebewesen, die sich darüber wundern, dass ausgerechnet ihr Universum so lebensfreundlich ist), in einigen nicht. In Letzteren existiert dann kein Beobachter, der sich über seine Inexistenz wundern könnte. Wie Stenger ausführte, kann man dagegen auch nicht Ockhams Rasiermesser anführen, weil sich die Möglichkeit mehrerer Universen als logische Folge aus den bisherigen Theorien über die Entstehung des Universums ergibt.
Aus welchen Gründen sollten wir glauben, dass das Universum ohne Ursache entstanden ist?
Den Hauptgrund dafür habe ich hier angeführt: Existenz existiert - unverursacht. Es ist analytisch falsch, zu behaupten, dass nichts ohne Ursache existieren kann - wenn es Gott gäbe, müsste er übrigens auch unverursacht sein - und so ist diese Annahme für Existenz letztlich zutreffend. Wir müssen dies glauben, weil wir nicht anders können!
Warum gibt es etwas und nicht nichts?
Diese Frage wirft ein Scheinproblem auf. Wenn Existenz letztlich unverursacht sein muss, kann man nicht nach dem "Warum?" fragen, weil eine Antwort nur gegeben werden könnte, wenn es eine Ursache gäbe - und dies kann man definitiv ausschließen. Vielleicht sollte man eher sagen, dass es unmöglich ist, dass nichts existiert, und der Grund dafür ist ganz einfach: Weil wir existieren. Wir sind da, und können uns solche unsinnigen Fragen stellen. Wäre es möglich, dass nichts existiert, dann gäbe es auch nichts, und es wäre niemand da, der sich die Frage stellen könnte: Warum existiert nichts?
Die Frage ist also in etwa so sinnvoll wie die Frage: Warum existiere ich nicht? Niemand könnte diese Frage bei klarem Verstand stellen, denn wenn ich nicht existiere, wer ist dann das "Ich", dass diese Frage stellt?
Warum erlaubt das Universum Leben, wo doch ein lebloses Universum sehr viel wahrscheinlicher wäre?
Die Annahme, dass ein lebensfeindliches Universum wahrscheinlicher ist als ein lebensfreundliches, ist falsch. Siehe auch die Begründung von Stenger! Selbst eine starke Änderung der grundlegenden Naturkonstanten würde in der Hälfte aller Fälle immer noch zu Universen führen, in denen Leben möglich ist. Außerdem, wenn man annimmt, dass es eine Fülle von Universen gibt - es gibt nichts in unserem bisherigen Wissen, was dagegen spricht - dann ist damit die Wahrscheinlichkeit, dass es Universen mit Lebewesen entsteht, sehr, sehr hoch. Da wir offensichtlich in einem solchen Universum leben, hat diese Möglichkeit sogar die höchste Wahrscheinlichkeit, die ein Ereignis haben kann: 1 oder 100%.
Für die Existenz von Leben generell gibt es also gute naturalistische Theorien.
In gewisser Hinsicht kann man das Argument auch umkehren. Angenommen, nur in einem übernatürlich entstandenen Universum (wie unserem) könnte es Leben geben, und das Universum wurde geschaffen, damit Leben entsteht, wieso ist dann das Universum so gigantisch (alle menschlichen Maßstäbe sprengend!) groß? Wieso besteht der größte Teil des Universums entweder aus Leere mit einem bisschen Staub darin oder aus bizarrer dunkler Materie und Energie? Wieso ist das Universum so unglaublich alt? Wieso herrscht im Universum Unordnung und Chaos mit kleinen Inseln des Lebens vor? Dass das Universum geordnet ist, gilt nur für einen winzigen Bruchteil des Universums, der größte Teil des Universums - bis auf ein milliardstel Promille - ist absolut lebensfeindlich. Wozu die Schaffung dieser gigantisch großen, toten, leeren Wüste?
Angenommen, man würde einen Planeten entdecken, der die Größe der Erde hat. Aber nur auf einem Quadratmillimeter der Oberfläche ist überhaupt Leben möglich. Würde man dann zu dem Schluss gelangen, jemand habe diesen Planeten nur geschaffen, damit dort Leben entstehen kann? Warum hat er dann nicht eine größere Fläche für Leben geschaffen?
Das Bild der Bibel - eine Welt von beschränkter Größe, 6 - 10.000 Jahre alt, umhüllt von einem Firmament mit Sternen dran, bei dem alles um die Erde kreist, lässt sich mit einer Schöpfung zum Zweck der Existenz von Menschen vereinbaren. Aber, wie wir wissen, ist dieses biblische Bild grundfalsch. Würde es stimmen, so wäre die Annahme eines willentlichen Schöpfers plausibel.
Welche Beweise gibt es, dass natürliche Kräfte und Naturgesetze fühlende und denkende Wesen zulassen oder schaffen?
Die Beweise dazu bezeichnet man als "Evolution". Die Evolution ist eine schwerlich zu bestreitende Tatsache, wenn auch die Evolutionstheorie vielleicht die Mechanismen, die zur Lebensentstehung beitrugen, noch nicht komplett entschlüsselt hat.
Die Annahme, dass Intelligenz im Laufe eines natürlichen Prozesses entstehen kann, ist die einzige Möglichkeit, Intelligenz überhaupt zu erklären. Wenn man bereits die Existenz eines intelligenten Wesens (etwa Gott) voraussetzt, kann man damit natürlich die Schaffung weiterer intelligenter Wesen "erklären", aber nicht den Grund, warum überhaupt Intelligenz (die von Gott) existiert. Wieso es also Intelligenz gibt, ist damit in jedem Fall unbeantwortet!
Außerdem muss man noch erwähnen, dass aus sehr simplen Regeln sehr komplexe Muster entstehen können. Dies zeigt sich beispielsweise bei →Fraktalen, aber die Anzahl der Beispiele dafür ist immens.
Welche Gründe gibt es, dass zufällige Kräfte durch Zeit und Chance etwas so Komplexes und Ausgetüfteltes schaffen wie die Naturgesetze, die wir beobachten?
Das habe ich unter Komplexität und Gott bereits beantwortet. Man müsste nämlich sonst fragen, wie so etwas Gigantisches wie ein hochintelligentes Lebewesen, dass allwissend, allmächtig und vollkommen ist, durch Zufall (also unverursacht) entstanden sein kann? Was ist plausibler, dass ein vollkommenes Wesen wie Gott existiert oder etwas Unvollkommenes wie unser Universum? Ist es zudem plausibel, dass ein vollkommenes Wesen ein unvollkommenes Universum erschafft?
Außerdem sind die Naturgesetze relativ simpel - aber da aus simplen Dingen mir sehr wenigen Regeln sehr komplexe Dinge entstehen können, ist die Annahme, dass aus den simplen Naturgesetzen komplexe Dinge entstehen können, völlig gerechtfertigt. Man kann die Frage auch umdrehen und fragen:
Welche Gründe gibt es, dass zufällige Kräfte durch Zeit und Chance etwas so Komplexes und Ausgetüfteltes schaffen wie Gott?
Denn Gott müsste auch unverursacht sein, also durch so etwas wie "Zufall" entstanden sein oder immer schon existieren. Was ist wahrscheinlicher: Das "immer schon" ein komplexes, bewusstes, vollkommenes, allwissendes, allmächtiges Wesen existierte oder aber ein aus simplen Elementen bestehendes Universum, in dem sich allmählich Komplexität entfaltet, aufgrund relativ einfacher Regeln?
Wenn man ein kompliziert aufgebautes, ausgefeiltes Haus sieht, was ist wahrscheinlicher: Das es schlagartig in seiner gesamten Fülle da war, oder dass es aus einfacheren Elementen aufgebaut wurde? Siehe dazu auch Komplexität und Gott.
Nach diesen Fragen von oben erwähnter Website möchte ich noch eine weitere Frage beantworten, die häufig an Atheisten gestellt wird:
Warum gibt es Ordnung im Universum?
Zunächst muss man feststellen, wenn man sich das Universum betrachtet, dass Ordnung im Universum sehr selten ist. Nur etwa 5% der Materie im Universum bestehen aus dem Stoff, aus dem wir Menschen gemacht sind (Quelle: →Das Universum als Computersimulation). Der größte Teil dieser Materie ist als Staub über das Universum verteilt. Man muss also sagen, dass der weitaus überwiegende Teil des Universums noch viel chaotischer ist als mein Schreibtisch.
Nun gibt es einen Einwand dagegen, dass überhaupt Ordnung im Universum entstehen konnte, der viele Gemüter beschäftigt. Denn wie wir wissen, gibt es den →2. Hauptsatz der Thermodynamik, der (grob vereinfacht) besagt, dass die Unordnung in einem geschlossenen System nur zunehmen kann (und zwar linear). Wenn wir annehmen, dass das Universum ein geschlossenes System bildet, dann müsste die Unordnung also zunehmen - woher kommt dann die Ordnung im Universum, die wir beobachten? Ist das nicht ein Widerspruch? Es gibt auf diese Frage aber eine verblüffende Antwort, die zeigt, dass trotz des 2. Hauptsatzes Ordnung geradezu zwangsläufig entstehen muss.
Der 2. Hauptsatz der Thermodynamik besagt, dass die →Entropie, also grob vereinfacht das Maß für die Unordnung, wächst.
Seitdem das Universum entstanden ist, expandiert es beständig. Der Raum, den das Universum einnimmt, wächst exponentiell. Die Unordnung aber wächst nur linear. Wenn man - wie die moderne Astrophysik - davon ausgeht, dass die Entropie zu Beginn maximal war, d. h., bezogen auf die vorhandene Materie und den vorhandenen Raum die größtmögliche Zahl einnahm (oder vereinfacht gesagt: Zu Beginn herrschte im Universum das größtmögliche Chaos), dann erstaunt es einen schon, wie daraus Ordnung entstehen konnte. Aber der Raum wuchs (und wächst) exponentiell. Das bedeutet, dass die Entropie, bezogen auf das Raumvolumen, beständig kleiner wird. Man kann sich das durch die folgende Grafik veranschaulichen:
Wie wir sehen, wächst das Raumvolumen erheblich schneller als die Entropie. Das bedeutet, dass pro Raumeinheit die Entropie relativ gesehen sinkt, obwohl sie, absolut gesehen, zunimmt. Man kann dies mit einer Analogie vergleichen: Angenommen, ich habe ein Haus und kippe allen Müll in den Vorgarten. Dann nimmt im Haus die Ordnung zu, im Vorgarten aber wächst das Chaos. Irgendwann ist der Vorgarten voll, und ich kann keine Ordnung mehr halten. Aber weiterhin angenommen, ich vergrößere beständig die Fläche meines Vorgartens durch Zukauf und verteile den Müll über diese wachsende Fläche, dann ist der zunehmende Müll kein Problem, sofern die Fläche schneller wächst als mein Müllvolumen. Im Vorgarten wird dann immer mehr Müll über eine immer größere - überproportional wachsende - Fläche verteilt. Sogar im Vorgarten sinkt dann tatsächlich die Müllmenge pro Flächeneinheit, obwohl die Gesamtmenge an Müll zunimmt!
Und genau dies ist im Universum der Fall: Am Anfang herrschte totales Chaos, die Entropie war maximal. Mit der Zeit dehnte sich das Universum aus, und die relative Entropie sank. Dadurch entstand die zu beobachtende Ordnung. Abgesehen davon ist es allerdings eine grobe Vereinfachung, dass die Zunahme an Entropie immer auch eine Zunahme an Unordnung mit sich bringt. Bei manchen Prozessen kann die Entropie steigen, und die Ordnung nimmt zu - beispielsweise ist dies bei der Bildung von Schneeflocken zu beobachten.
In unserem Sonnensystem ist es wie in der Analogie mit dem Haus: Die Erde bekommt von der Sonne Energie, die hoch geordnet ist. Von 20 Einheiten geordneter Energie werden durch die Vorgänge auf der Erdoberfläche 19 Einheiten in Form ungeordneter Wärmestrahlung in den ständig wachsenden Raum des Universums abgestrahlt, eine Einheit der Energie bildet die Ordnung auf der Erde. Lebewesen verhalten sich ähnlich: Sie nehmen Ordnung aus der Umgebung auf, verbrauchen diese, um ihre innere Ordnung aufrecht zu erhalten, und exportieren die Entropie als Wärme und in Form von Ausscheidungen. Weder die Lebewesen auf der Erde noch die Erde selbst sind nämlich ein geschlossenes System, sie können Ordnung bilden auf Kosten einer wachsenden Entropie im umgebenden Raum. Und solange der Raum um die Erde wächst, ist dies kein Problem.
Tatsächlich spricht also der 2. Hauptsatz der Thermodynamik nicht gegen eine wachsende Ordnung im Universum. Im Gegenteil, durch die relativ sinkende Entropie (relativ bezogen auf den Raum) entstehen sogar zwangsläufig Inseln der Ordnung in einem Meer aus Chaos. Wenn Gott der Schöpfer des Universums wäre, dann wäre er übrigens auch der Schöpfer maximaler Unordnung, wobei die Unordnung dann durch das Wachstum des Universums in Teilbereichen abnimmt.
Interessante Literatur zum Thema
Stenger, Victor J.: 2003, Has Science Found God?: The Latest Results in the Search for Purpose in the Universe, Prometheus Books, New York. In letzter Zeit wird das Gerücht verbreitet, dass neuere wissenschaftliche Erkenntnisse eine Bestätigung alter religiöser Ideen beinhalten. Prof. Stenger untersucht diese Behauptung und kommt zu genau entgegengesetzten Schlüssen – auf gründliche und informative Art.
Das ist nur ein Ausschnitt aus meinem Literaturverzeichnis. Dort finden Sie noch weitere Literatur zum Thema.
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