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Wie man Unsinn entlarvt

Das basiert zum Teil auf dem Buch Der Drache in meiner Garage von Carl Sagan und der Website →Operation Clambake (die sich dem Kampf gegen Scientology verschrieben hat): →Carl Sagan's Baloney Detection Kit.

Die folgenden Werkzeuge werden empfohlen, um Argumente zu testen und irreführende oder betrügerische Argumente zu entlarven:
  • Tatsachen sollten von mehreren unabhängigen Quellen bestätigt worden sein.
  • Von allen Beteiligten sollte eine substanzielle Debatte von Kennern über alle Beweise befürwortet und geführt worden sein.
  • Argumente von Autoritäten haben nur geringes Gewicht (in der Wissenschaft gibt es keine Autoritäten).
  • Bedenke mehr als ein Hypothese - nimm nicht die erste Hypothese, die Deine Aufmerksamkeit erregte.
  • Engagiere Dich nicht zu sehr in eine Hypothese, nur, weil sie von Dir stammt.
  • Quantifiziere, wann immer es möglich ist.
  • Wenn es eine Kette von Argumenten gibt, muss jedes Argument in der Kette gültig sein (eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied).
  • Ockhams Rasiermesser - wann immer zwei Hypothesen alle verfügbaren Informationen gleich gut erklären, wähle die einfachere.
  • Frage danach, ob eine Hypothese zumindest im Prinzip widerlegbar ist (sie sollte durch einen unzweideutigen Test prüfbar sein). In anderen Worten: Ist eine Hypothese prüfbar? Können andere dasselbe Verfahren anwenden und zum selben Ergebnis kommen?


Weitere Möglichkeiten:
  • Entwerfe Kontrollexperimente - speziell Doppelblindversuche, wo der Tester selbst nicht weiß, wer zur Testgruppe und wer zur Kontrollgruppe gehört.
  • Suche nach verbindenden Faktoren - trenne die Variablen


Gängige Täuschungen in Logik und Rhetorik:
  • Argumente ad hominem - es wird nicht das Argument angegriffen, sondern die Person.
  • Argument der "Autorität".
  • Argument der unerwünschten Konsequenzen - es wird Druck ausgeübt ("Wer dies nicht glaubt, kommt in die Hölle!").
  • Appell an das Unwissen - (Abwesenheit von Beweisen ist kein Beweis für Abwesenheit).
  • Sonderbehandlung - die Ausnahme bestätigt die Regel. Beispiel: Überall in der Wissenschaft ist Ockhams Rasiermesser sinnvoll, aber nicht in der Theologie.
  • Rhetorische Frage - die Frage selbst impliziert bereits die Antwort.
  • Selektive Beobachtung - man zählt die Treffer und ignoriert die Fehlschläge.
  • Statistik der kleinen Zahlen (man zieht Schlussfolgerungen aus zu kleinen Mengen).
  • Falsches Verständnis von Statistik - "Ist es nicht furchtbar, dass die Hälfte der Menschen in Deutschland eine unterdurchschnittliche Intelligenz haben?".
  • Inkonsistenz - Beispiel: Militärische Planspiele basieren auf der Frage "Was passiert schlimmstenfalls?" während wissenschaftliche Prognosen über Umweltschäden zurückgewiesen werden, weil sie nicht strikt "bewiesen" wurden.
  • Non sequitur - es folgt nicht logisch.
  • Post hoc, ergo propter hoc - "es geschah danach, wurde also dadurch verursacht" - die Verwechslung von Ursache und Wirkung.
  • Sinnlose Fragen - "Was passiert, wenn eine unwiderstehliche Kraft auf ein unbewegliches Objekt trifft?".
  • Ausgeschlossene Mitte - Schwarz-Weiß-Denken, man berücksichtigt nur die Extreme, was eine Seite schlimmer aussehen lässt, als sie ist.
  • Kurzfristig versus langfristig, wobei man das Mittelfristige ignoriert (ein Fall der "ausgeschlossenen Mitte").
  • Argument der schiefen Ebene - unbegründete Extrapolation von Effekten: "Wenn wir auch nur einen Millimeter nachgeben, werden wir um Kilometer zurückgeworfen".
  • Verwechslung von Korrelation mit Verursachung.
  • Strohmann - man benutzt die Karikatur eines Arguments und widerlegt dieses.
  • Unterdrückte Beweise oder Halbwahrheiten.
  • Windelweiche Worte - z. B. Euphemismen (= sprachliche Beschönigungen, beschönigende Umschreibungen) wie "Entsorgungspark" für Atommülllager, positiv besetzte Begriffe für negative Dinge verwenden.


Eine sehr gute Liste von fehlerhafter Logik und falschen Argumenten finden Sie auf dieser Website: →Logic & Fallacies sowie unter →Fallacy Files. Die Website, die sich mit Leuten beschäftigt, die den Holocaust leugnen und deren Denkfehlern entlarvt, ist leider nicht mehr zu finden. Die grundlegenden Prinzipien dieser Denkfehler finden wir in religiösen Debatten ebenfalls wieder, wenn auch mit anderen Inhalten.

Es ist sehr leicht, Behauptungen aufzustellen. Allerdings sollte jede Behauptung begründet sein, je unwahrscheinlicher eine Behauptung ist oder je mehr sie sich von unserer Erfahrung entfernt, umso besser und stärker muss die Begründung sein. Oft wird in Diskussionen von Theologen so verfahren: Sie stellen eine Reihe von Behauptungen auf und erklären diese für wahr. Wenn es nun dem Skeptiker gelingt, eine Behauptung zu entkräften, so wird diese Behauptung durch weitere Behauptungen "gestützt". Wie bei einer Hydra - für jede widerlegte Behauptung tauchen zwei neue auf. Und wann immer es dem Skeptiker nicht gelingt, eine Behauptung zu widerlegen, erklärt sich der Theologe zum Sieger (dabei sind viele der Behauptungen prinzipiell nicht widerlegbar, z. B. weil Fakten, die die Behauptung schwächen, durch weitere Behauptungen "wegerklärt" werden). Nachdem genügend unwiderlegte Behauptungen übrig sind, hat der Theologe beim unbefangenen Beobachter den Eindruck erweckt, er hätte die Debatte gewonnen und müsse daher "irgendwie" recht haben.

Gleichzeitig wird durch dieses Verfahren die Last immer mehr und mehr auf den Skeptiker verlagert. Für jede Behauptung des Skeptikers werden nämlich sofort Beweise eingefordert - und wenn man diese auch für die trivialsten Dinge verlangt, so wird der Skeptiker sich in unendlichen Regressen verfangen, es entsteht der Eindruck, dass der Skeptiker seinerseits seine Behauptungen nicht begründen kann. Es wird also versucht, den Skeptizismus zu "überbieten" durch Ultra-Skeptizismus und so wird die Position des Skeptikers untergraben - denn Skeptiker reagieren darauf, wenn man ihnen unterstellt, dass sie ihre Behauptungen nicht begründen können. Das setzt sie emotional und rational unter Druck. Angriff, so wissen die Theologen, ist die beste Verteidigung. Wenn man solche Taktiken entdeckt, ist es besser, die Debatte abzubrechen.

Konfusius, er sagt: "Es ist Unsinn, sich in Fragen der Wahrheit darauf zu berufen, dass man etwas glauben müsse - denn etwas wird nicht dadurch wahr, dass man daran glaubt."

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