Inhaltsverzeichnis:

      Lahme Ausreden
         Ausführliche Widerlegung
         Nichtexistenz ist immer wahrscheinlicher als Existenz
         Wie beweist man, dass es etwas nicht gibt, was es tatsächlich nicht gibt?

 

Lahme Ausreden

Unter den lahmen Ausreden für Gott ist das so ungefähr die lahmste, die es gibt.

Kein Christ würde es akzeptieren, dass es ein Grund wäre, an Zeus zu glauben, weil man das Gegenteil nicht beweisen kann.

Was bedeutet: Nicht einmal Christen denken, dass es sich um einen guten Grund handelt, an etwas zu glauben. Wenn man dies für den eigenen Gott anführt, aber nicht für die tausende von anderen Göttern, legt man zweierlei Maß an. Dabei vergisst man leicht, dass es einen nicht selbst überzeugt (wenn es um andere Dinge geht), und dass es daher auch niemanden sonst beeindrucken wird.

 

Ausführliche Widerlegung

Existenz ist gekennzeichnet dadurch, dass sie begrenzt ist – was existiert, hat Eigenschaften, die es begrenzen. Selbst bei der gigantischen Größe unseres Universums ist die Menge aller Dinge, die in ihm existieren, begrenzt. Selbst wenn man die Atome zählt, so gibt es davon nur etwa 10^80.

Kurz: Was existiert, ist abzählbar endlich. Gibt es mehrere Universen, dann ist es eventuell abzählbar unendlich.

Die Menge aller Dinge, die man sich denken kann, ist unabzählbar unendlich. Die Mächtigkeit der möglicherweise existierenden Dinge – selbst, wenn wir alle abziehen, die logisch unmöglich sind – überschreitet die Mächtigkeit der existierenden Dinge also um ein Unendliches.

 

Nichtexistenz ist immer wahrscheinlicher als Existenz

Die Wahrscheinlichkeit, dass etwas existiert, ist – wenn man nicht andere Gründe für die Existenz anführen kann, etwa Beobachtung oder logische Notwendigkeit – ist Anzahl der Möglichkeiten, die man betrachtet (Eins) zu Anzahl der Gesamtmöglichkeiten (unabzählbar unendlich).

Also ist die Wahrscheinlichkeit einer beliebigen, unbeobachteten Sache, zu existieren, eins zu unendlich. Existenz ist begrenzt, Möglichkeit unbegrenzt, das Verhältnis von allem, was existiert, zu allem, was existieren könnte, ist abzählbar unendlich zu unabzählbar unendlich, also eins zu unendlich. Daher ist die Wahrscheinlichkeit, dass irgendetwas, was man sich denken kann, existiert, eins zu unendlich – was zu Null konvergiert. Dass es existiert ist hingegen umgekehrt unendlich unwahrscheinlich. Daher ist es, für alle Dinge, die man nicht beobachtet hat, unendlich unwahrscheinlicher, dass sie existieren, als dass es sie gibt.

Nun existieren Dinge, die wir noch nie beobachtet haben. Das ist ein sicheres Faktum. Aber man kann sicher sagen, dass mehr denkbare Dinge als tatsächliche Dinge existieren. Und damit ist es immer, gleichgültig, was man betrachtet, die Nichtexistenz wahrscheinlicher als die Existenz. Man könnte sogar argumentieren: Sie ist unendlich unwahrscheinlicher, aber ich bin einfach extrem übervorsichtig und schränke es ein, in dem ich sage: Wahrscheinlichkeit der Existenz < Wahrscheinlichkeit der Nichtexistenz.

Deswegen kann man von nichts die Existenz behaupten, wenn man nicht sehr gute Gründe hat, seine Existenz anzunehmen. Daher ist es per beweisbarem Prinzip richtig, von der Nichtexistenz von Etwas auszugehen, ohne dass man dafür Gründe angeben muss. Denn sonst müsste man für unabzählbar unendlich viele Dinge begründen können, warum es die nicht gibt – und das ist unmöglich. Hingegen muss man nur für abzählbar endlich viele Dinge begründen können, warum es die gibt.

Noch eines: Nichtexistenz ist schwerer zu beweisen als Existenz (dass man Nichtexistenz nicht beweisen könne ist hingegen ein falsches Vorurteil). Nun scheitern Monotheisten seit mehr als 2.000 Jahren daran, die Existenz eines Gottes zu beweisen. Die Anzahl der gültigen Argumente für Gott beträgt immer noch Null.

 

Wie beweist man, dass es etwas nicht gibt, was es tatsächlich nicht gibt?

Natürlich kann man nicht (gültig) beweisen, was es nicht gibt. Und alle Beweismethoden, mit denen man die Nichtexistenz von etwas Nichtexistierendem beweisen könnte, werden von Gläubigen (nur für Gott) rundheraus abgelehnt.

Wir befinden uns also in der Situation, dass man zwar von Atheisten verlangt, den sehr viel schwereren Gegenbeweis bei Gott anzutreten, aber gleichzeitig alle dazu notwendigen Mittel für Gott bestreitet. Man könnte, wenn man diese Methode für angemessen hielte, die »Existenz« von beliebigem Bullshit behaupten. Was bedeutet, dass die Existenzbehauptung für den Gott des Monotheismus von Bullshit ununterscheidbar ist. Oder kurz: Wer sagt, dass Gott existiert, behauptet Bullshit, denn wir nennen gleich, was wir nicht unterscheiden können.

Es ist also nicht alleine das Sparsamkeitsprinzip, das dazu führt, die Existenz von Bullshit – Pardon, von Gott (was dasselbe bedeutet) – abzulehnen.

Kurz: Man sollte diese Ausrede nicht benutzen.

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