Inhaltsverzeichnis:

      So viel zu glauben, so wenig Zeit
      Wie wählt man aus, woran man glaubt?
         Wer keine Wahl hat, hat die Qual
         Warum sollte man das mit der Hilfe der Logik betrachten?

 

So viel zu glauben, so wenig Zeit

Es gibt unendlich viele Dinge, an die man glauben kann – buchstäblich alles und sein Gegenteil. Man kann, aufgrund begrenzter Zeit, auch nicht alles davon untersuchen.

Die meisten Menschen machen das, was sie lauben, vom Zufall abhängig – dem »biographischen Roulette«, wie ich es nenne. ich war einst (katholischer) Christ, weil meine Eltern Katholiken waren. Wäre ich in einem arabischen land aufgewachsen, wäre ich vermutlich Muslim geworden, in Indien ein Hindu, in Japan ein Buddhist und Shintoist usw. usf.

Dass man, bei der Vielzahl der Religionen, »zufällig « in die »richtige Religion« hineingeboren wurde, heißt, den Zufall zu seinem Gott zu machen. Wobei: Nicht jede Religion tritt mit dem Anspruch auf, »die Wahrheit« zu vertreten. Das ist eigentlich das einzig Neue am Monotheismus. Deswegen haben die alten Heiden keine religiös motivierten Kriege geführt, die Monotheisten schon. Es lohnt sich, um die Wahrheit zu streiten. Wenn es um andere Dinge geht, lohnt ein Streit eher selten.

 

Wie wählt man aus, woran man glaubt?

Die meisten Menschen wählen überhaupt nicht, ihre Eltern treffen die Wahl. Diese haben meist ebenfalls keine Wahl getroffen. Sie haben sich nicht die ganzen Religionen angeschaut und dann entschieden, dass diese oder jene Religion für sie angemessen sei.

Aber wenn ich die Wahl habe – und ich habe sie – dann muss ich Kriterien aufstellen, nach denen ich wähle. Ohne diese überlasse ich das erneut dem Zufall.

Die meisten Argumente für eine Religion reichen gerade aus, unerfahrene Kinder zu überzeugen. Sie reichen kaum, um Erwachsenen eine rationale Wahl treffen zu lassen.

Rational wählen heißt, das zu wählen, was die beste Entscheidung ist. Irrational heißt, irgendetwas zu wählen, von dem man nicht weiß oder nicht wissen kann, ob die Wahl optimal ist. Zu einer vernünftigen Wahl gehört die Logik dazu. Ohne diese kann man alles wählen und sein Gegenteil.

Warum also vermeide ich es, etwas zu wählen, was in sich logisch widersprüchlich ist? Erstens, weil ich wirklich eine Wahl treffen will. Zweitens, weil die Erfahrung sagt, dass etwas nicht wahr sein kann, wenn es in sich widersprüchlich ist. Drittens, weil religiöse Menschen entweder keine oder willkürliche Kriterien nennen, nach denen man eine Wahl treffen soll. Aber das heißt, nicht wirklich zu wählen.

 

Wer keine Wahl hat, hat die Qual

Mit jedem Versuch, die Wahl weniger rational zu machen, vergrößert man die Menge der Dinge, unter denen man wählen könnte. Wenn ich die Unlogik der Religion A akzeptiere, habe ich keinen Grund mehr, die Unlogik der Religion B abzuwählen. Dann treffe ich keine Entscheidung, sondern überlasse diese der Willkür.

 

Warum sollte man das mit der Hilfe der Logik betrachten?

Dazu: Was ist Logik?

Da ich mich entschieden habe, die Wahl in eigene Hände zu nehmen, muss ich also auch die Konsequenzen tragen. Und da kann ich keinen Grund sehen, etwas zu akzeptieren, was in sich widersprüchlich ist.

Verzichtet man auf Widerspruchsfreiheit, erhöht man die Möglichkeiten. Je mehr Möglichkeiten man hat, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, die richtige Entscheidung zu treffen. Dann ist alles möglich und sein Gegenteil!

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