Inhaltsverzeichnis:

      Definition Realität
         Kann man die Existenz einer unabhängigen Realität beweisen?
         Frage: Welche der folgenden Ansichten gibt Ihre am besten wieder?

 

Definition Realität

Die bisher beste Definition für den Begriff »Realität« stammt von Phillip K. Dick:


Realität ist das, was nicht verschwindet, wenn man aufhört daran zu glauben.

Realität ist dadurch gekennzeichnet, dass sie bewusstseinsunabhängig  existiert. In der Physik nennt man dies unabhängig von der Beobachterperspektive. Was nicht ausschließt, dass – wie bei bestimmten Quantenphänomen angenommen – der Beobachter das Betrachtete beeinflusst. Aber er bestimmt nicht darüber. Die äußere Welt sieht man daher auch als objektiv  an.

Für den klassischen Monotheismus ist der Realismus deswegen wichtig, weil dies die Voraussetzung ist, dass ein rein geistig existierender Schöpfergott die materielle Realität erschaffen hat. Gott, so nimmt man an, kann nicht das sein, was er erschaffen hat.

Außerdem, wenn Realität eine Illusion ist, haben wir es mit einem Gott zu tun, der uns täuscht. Ist Gott der Schöpfer einer Simulation? Das verträgt sich schlecht mit der Ansicht, dass ein unabhängig existierender Geist die materielle Welt geschöpft hat.

 

Kann man die Existenz einer unabhängigen Realität beweisen?

Wenn man einen Beweis zu 100% meint: Nein. Eine solche Annahme ist allenfalls plausibel. Wir könnten alle Teil einer Computersimulation sein, wie in dem Film →Matrix.

Man kann auch nicht beweisen, dass wir nicht Gehirne sind, die irgendwo in einem Labor in einem Tank schwimmen, und an deren Nervenenden sich kein Körper, sondern ein Supercomputer befindet, der uns die Realität vorgaukelt.

Wir können auch nicht ausschließen, dass nur wir existieren, und wir uns die Welt, die wir sehen, selbst erschaffen, wie im Solipsismus oder starken Konstruktivismus. Aber in beiden Fällen wäre die Aussage »Gott ist der Schöpfer der Welt« falsch – wir wären es.

Dass man etwas nicht zu 100% beweisen kann, ist kein Einwand gegen irgendeine  Position, sondern gilt für alle Ansichten. Wir suchen uns die Weltsicht folglich nach Plausibilität aus, nicht nach dem, was mit sicherer Gewissheit zu beweisen wäre. Ideen, Vorstellungen, Konzepte sind mehr oder weniger plausibel und mehr oder weniger gewiss.

Aus diesem Grund existiert eine subjektive Gewissheit auch unabhängig  von der Beweislage. Würde man »absolut sichere Beweise« verlangen, um erst dann zu glauben, gäbe es nichts, was man glauben könnte. Der Einwand, dass etwas nicht absolut sicher zu beweisen sei, ist ein leerer, irrelevanter Einwand. Es kommt darauf an, dass die Beweislage für eine Position relativ besser  ist als für die konkurrierenden Alternativen.

Man kann verschiedene Ansichten zu diesem Thema haben:

  1. Der Grad an Sicherheit einer Aussage ist abhängig von der Anzahl und der relativen  Qualität der Beweise und Argumente.
  2. Der Grad der Gewissheit ist unabhängig  von der Beweislage.

Im Monotheismus nennt man es »Glauben«, um zu betonen, dass es sich um die zweite Auffassung handelt. Die Stärke der Überzeugung hängt nicht von den Beweisen ab. Man muss sich das bewusst machen, wenn man eine andere Ansicht damit kritisiert, dass es keine »hundertprozentigen Beweise« dafür gibt. Der Einwand ist zum einen irrelevant, weil er alles gleichermaßen trifft, zum anderen ist es seltsam, wenn man Position 2. vertritt, aber Position 1. zur Grundlage der Kritik wählt.

Man kann keine der Meinungen abschließend festlegen. Daher kann man wählen, was man glaubt. Aber man sollte bedenken, dass eine solche Wahl Konsequenzen  hat.

 

Frage: Welche der folgenden Ansichten gibt Ihre am besten wieder?







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