Inhaltsverzeichnis:

      Ursachen, die wir kennen
         Ursachen, die wir nicht kennen
         Noch mehr Ursachen?

 

Ursachen, die wir kennen

Wenn wir sagen »Der Steinwurf ist die Ursache dafür, dass die Scheibe zerbrach«, dann setzen wir folgende Dinge voraus, ohne die wir nicht von einer Ursache sprechen können:

  1. Materie/Energie _1_: Ein materielles Ereignis hat Folgen für andere materielle Dinge.
  2. Energieübertragung: Der Stein übertrug Energie auf die Scheibe, sodass sie zerbrach.
  3. Die Existenz der beteiligten Komponenten – sowohl der Stein als auch die Scheibe müssen vorhanden sein.
  4. Wechselwirkung: Materie kann mit anderen materiellen Objekten in eine Ursache-Wirkungs-Beziehung treten.
  5. Zeit: Es gab ein »vor« und es gibt ein »nach« der Wechselwirkung.
  6. Logik, denn ohne diese gibt es keine Zusammenhänge in der Welt.

Wir erinnern uns an die Definition von Materie : Materie ist alles, was mit derselben Kraft, mit der man sie tritt, zurückschlägt.

 

Ursachen, die wir nicht kennen

Eine Form der Ursache kennen wir nicht – die Existenzursache. Wenn wir A die Ursache  eines Ereignisses nennen, und B die Wirkung  dieser, dann wird die Existenz von A und B vorausgesetzt. Denn:

  1. Wenn A nicht existiert, sondern nur B, dann wird die Wirkung durch etwas vorhergerufen, was nicht existiert. Das ist identisch zu der Aussage »B hatte keine Ursache«.
  2. Wenn B nicht existiert, dann bewirkt A nichts oder wirkt auf etwas, was nicht existiert.

Wenn man so will, dann reden wir davon, dass ein existierendes A eine Zustandsänderung  eines ebenso existierenden B bewirkt. Vorher war die Fensterscheibe heile, jetzt ist sie kaputt.

Wenn man sagt »Gott verursachte die Existenz des Universums«, dann verstößt man gegen sämtliche Voraussetzungen, unter denen man über Ursachen  reden kann:

  1. Ein nichtmaterielles »Etwas« bewirkte eine materielle Wirkung.
  2. Um das zu tun, muss man die Existenz von Energie (und damit Materie) bereits voraussetzen. Gott musste die Energie erschaffen, um etwas zu bewirken, dass materieller Natur war. Er brauchte also Materie/Energie, um Materie/Energie zu erschaffen.
  3. die Welt war nicht vorhanden, Gott wirkte also auf etwas, was nicht existierte.
  4. Es gab eine Wechselwirkung zwischen einem nichtmateriellen und einem materiellen Objekt, von dem das zweite nicht vorhanden war.
  5. Es verging Zeit, aber Zeit setzt die Existenz von Materie voraus (ohne Materie keine Zeit), es gab ein »vor« der Schöpfung und ein »nach« der Schöpfung von etwas, ohne dass es weder ein »vorher« noch ein »nachher« geben kann. Und ohne Zeit hatte Gott keine Zeit, um die Zeit zu erschaffen.
  6. Jeder der obigen Punkte verstößt gegen mehrere logische Regeln gleichzeitig. Man setzt die Logik voraus, bestreitet sie aber sofort wieder, aber ohne Logik kann man nicht von einer Ursache  reden.

Wenn Monotheisten von einer »Ursache für das Universum« reden, meinen sie eigentlich den Ursprung der Welt, nicht ihre Ursache. Das ist ein äußerst konfuser Sprachgebrauch, der nicht ohne Folgen bleibt – mit denen wir uns noch beschäftigen müssen.

 

Noch mehr Ursachen?

Man kann darauf beharren, dass es eben noch »ganz andere Arten« der Ursache gibt. Dann müsste man dies aber auch sprachlich ausdrücken, damit die »monotheistische Spezialursache« nicht mit Ursachen in der natürlichen Welt verwechselt wird.

Für solche »Spezialursachen« (Existenzursache) gibt es kein einziges empirisches Beispiel. Was dem nahekommt, sind die »Vakuumfluktuationen«, aber dabei redet man davon, dass diese keine Ursache haben. Man kann sich weder auf Logik noch auf Empirie berufen, wenn man so etwas postuliert. Das hält Monotheisten natürlich nicht davon ab, das zu tun, und so richten sie einen sprachlichen Kuddelmuddel an, der die Dinge äußerst unklar macht.

Das Prinzip »Nichts geschieht ohne Ursache« gilt in der Natur übrigens nicht. Logisch gesehen ist es ohnehin nicht haltbar, was ich hier nicht weiter ausführen will. »Von Nichts kommt nichts« ist übrigens auch so ein Prinzip, das in der Natur nicht gilt. Es würde auch hier zu weit führen, aber wir werden noch darauf stoßen.

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1. Materie und Energie sind äquivalent, also zwei Seiten ein und derselben Medaille, oder zwei verschiedene Zustände ein und derselben Sache. Zurück zu 1


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