| |

Hauptmenu
|
Der Fundamentalirrtum
Bedauerlicherweise gibt es noch genügend Menschen, die immer noch (im Gegensatz zur modernen Theologie und zur Theologenmehrheit) dem Glauben anhängen, die Bibel sei das wortwörtlich wahre Wort Gottes. Man erkennt diese Bibelfundamentalisten meist daran, dass für sie ein Bibelzitat als Argumentersatz dient - es ist wahr, weil es geschrieben steht.
Nun steckt in der (unbegründeten) Behauptung, die Bibel sei "absolut wahr" einiges Gefahrenpotenzial - wie immer, wenn Menschen behaupten, etwas sei "absolut wahr". Wenn das Buch dann auch noch stellenweise inhuman ist, dann ist die Gefahr besonders groß. Nun kann man generell sagen, dass nichts absolut wahr sein kann, weil man dies begründen müsste, und bei der Begründung landet man im Trilemma - damit ist die Begründung mangelhaft. Zwischen Anspruch und Realität klafft also eine gewaltige Lücke, die nur durch eine gewisse Irrationalität überbrückt werden kann. Und Irrationalität plus Glauben an "absolute Wahrheiten" ist doppelt so gefährlich.
Nun kann man aber aus der Bibel selbst ableiten, dass Glauben auch rational begründbar ist bzw. sein sollte (genau wie man auch das Gegenteil daraus ableiten kann).
Hier ein paar passende Stellen: →Jesaja 1:18 →2 Timotheus 4:2 →Jakobus 3:17 →Apostelgeschichte 17:17 →Apostelgeschichte 19:9 →2 Timotheus 2:24-25 →Judas 1:3 →1 Petrus 3:15 →1 Thessalonicher 5:21 →Apostelgeschichte 18:4 →Apostelgeschichte 18:19 →Apostelgeschichte 17:2 →1 Timotheus 6:12 →Titus 1:9 →Titus 1:13 →2 Timotheus 1:7 →Apostelgeschichte 15:39 →1 Korinther 4:13
Nach dem wir nun geklärt haben, dass die Bibel durchaus zur Diskussion mit Ungläubigen aufruft, können wir uns mit den Widersprüchen und Fehlern der Bibel genauer beschäftigen. Es gibt davon ein paar Tausend, und wer Englisch kann, der findet in dem Werk von Dennis McKinsey: Biblical Errancy eine schier unerschöpfliche Quelle.
Da nun behauptet wird, die Bibel sei unfehlbar und absolut wahr, reicht es bereits aus, eine einzige Stelle zu finden, die dem widerspricht. Denn wenn wir eine Stelle finden, wo sich die Bibel irrt, dann ist die Unfehlbarkeit widerlegt, und wir tun gut daran, sie wie jedes Menschenwerk zu behandeln und kritisch zu prüfen (gegen eine kritische Prüfung spricht der Anspruch auf Unfehlbarkeit nicht, aber die Mehrheit der Gläubigen liest die Bibel nicht, und die Mehrheit derjenigen, die sie lesen, prüfen sie nicht kritisch - entweder weil sie an das Märchen von der Unfehlbarkeit glauben, oder weil es sie nicht interessiert).
Um Widersprüche zu finden, benutzen wir hier die Methode der internen Prüfung. Dies bedeutet, wir nehmen die Bibel (wie es die Fundamentalisten fordern) "beim Wort" und sehen nach, ob es logisch folgerichtig zueinander passt.
Dazu nehmen wir die beiden Stammbäume Jesu - den Stammbaum nach →Matthäus 1:1-16 und nach →Lukas 3:23-38. Wir sehen, dass diese Stammbäume sich bereits kräftig unterscheiden. Beide sollen beweisen, dass Jesu ein Abkömmling des Davids ist, denn der Messias, so sagt das AT, muss ein leiblicher Nachfahre Davids sein.
Dabei ist den Evangelisten ein Fehler unterlaufen - beide Stammbäume unterscheiden sich. Nach dem wiederkehrenden Motto der Apologeten - es kann nicht sein, was nicht sein darf - wurden nun die verschiedensten Rationalisierungen und Ausflüchte gefunden, um diesen Widerspruch "wegzuerklären". Im Folgenden werde ich jeden dieser Wegerklärungsversuche analysieren und zeigen, dass diese alle in fundamentalen Widersprüchen landen - bis nur noch eine Schlussfolgerung übrig bleibt (der die Mehrheit der heutigen Theologen zustimmen würden): Das die Bibel nicht unfehlbar ist, sondern Widersprüche enthält, die nur mit menschlichem Einfluss zu erklären sind, hier damit, dass die Evangelisten einen oder zwei Stammbäume erfunden haben, um die Abkunft Jesu von David zu "beweisen".
Fangen wir an mit einigen generellen Einwänden gegen beide Stammbäume. Beide definieren Nachkommenschaft über den Vater. Das ist nach jüdischem Recht auch korrekt so, weibliche Erbschaftslinien würde kein Jude anerkennen.
⇐ Religion & Glauben - (Vorläufiges Ende) ⇒
|
|

Suche und weiter(es)
|
|