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Gott als die Ursache des Universums

Wenn man in westlichen Ländern von "dem einen Gott" redete, so meint man damit den Schöpfer "des Lebens, des Universums und allem anderen". Aber auch der östliche Monotheismus, z. B. im Hinduismus (der nicht rein polytheistisch ist, es gibt auch einen Hinduismus mit Hang zum Monotheismus) wird davon ausgegangen, dass Gott die Ursache der Existenz des Universums ist, einfach deswegen, weil man sich nicht vorstellen kann, dass das Universum unverursacht "einfach so" entstanden sein soll. Allerdings kann man widerspruchsfrei annehmen, dass das Universum aus dem Nichts hervorgegangen ist, siehe auch Kann Etwas aus dem Nichts entstehen?, womit das Universum letztlich die Ursache seiner selbst gewesen ist. Geht man allerdings davon aus, dass das Universum ewig existiert, dann hat es selbstverständlich auch keinen Schöpfer gegeben, weil es keinen Anfang des Universums gegeben hat. Der Urknall, also die allgemein anerkannte Tatsache, dass das Universum entstanden ist, ist kein Gegenargument gegen eine ewige Existenz des Universums, weil unser Universum beispielsweise aus einer Sigularität aus einem anderen Universum hervorgegangen sein könnte. Außerdem kann auch die Zeit - wie die Oberfläche einer Kugel - weder Beginn noch Ende haben, eine Ansicht, die beispielsweise von dem berühmten Physiker Stephen Hawking vertreten wird. Auch diese Annahme schließt einen Schöpfer, also eine Ursache für das Universum, aus.

Erinnern wir uns an die Vorbemerkung zu den Gottesbeweisen und den klassischen Gottesbeweis von Thomas von Aquin der ersten Ursache:

(P1) Alles hat eine Ursache.
(P2) Es ist nicht sinnvoll, einen unendlichen Regress von Ursachen  [1] anzunehmen.

(S1) Folglich muss es eine erste Ursache gegeben haben, die keine weiteren Ursachen hat.
(S2) Diese erste Ursache ist Gott.

Dass dies kein Beweis für die Existenz Gottes ist, habe ich bereits dargelegt. Obwohl dieser Beweis intuitiv plausibel erscheint, ist er logisch falsch. Korrigiert man die Fehler des Beweises, kann man daraus einen Beweis gegen die Existenz Gottes machen. Aber es gibt noch einen weiteren Grund, warum Gott nicht die Ursache des Universums gewesen sein kann, den ich noch nicht angeführt habe.

Was bedeutet es, wenn wir sagen, Gott sei die Ursache der Existenz des Universums? Dazu muss man sich die Bedeutung des Begriffs "Ursache" etwas genauer ansehen. Normalerweise gibt es vier Vorbedingungen dafür, dass wir etwas als Ursache bezeichnen - die ersten drei der Vorbedingungen hat David Hume angeführt, die vierte Bedingung stammt aus der Evolutionären Erkenntnistheorie (siehe Vollmer 1988. Damit Ereignis A das Ereignis B verursacht haben kann, muss jede der folgenden Bedingungen erfüllt sein:

  1. Es muss eine zeitliche Kontinuität geben, d. h. Ereignis A muss zeitlich vor dem Ereignis B liegen.
  2. Es muss eine räumliche Kontinuität geben, d. h. A und B müssen im selben, miteinander verbundenen Raum, stattgefunden haben.
  3. Ereignis A muss das Potenzial haben, B hervorzubringen.
  4. Ereignis A muss Energie auf das Ereignis B übertragen haben.
Unter Draygombs Paradoxon - Gott und die Zeit habe ich bereits beschrieben, dass keine einzige dieser vier Bedingungen auf Gott zutreffen kann, vor allem dann nicht, wenn man annimmt, dass Gott Zeit, Raum, Energie und die Potenzialität aller Dinge überhaupt erst hervorgebracht hat:

  1. Wenn es vor der Schöpfung keine Zeit gab, gab es auch kein "vor" der Schöpfung, damit entfällt die Möglichkeit, dass Gott die Ursache für das Universum gewesen sein kann.
  2. Wenn auch der Raum erst mit dem Universum entstanden ist, dann kann Gott ebenfalls nicht die Ursache des Universums gewesen sein, weil er nicht räumlich in der Nähe des Universums gewesen sein kann.
  3. Wenn alle Potenzialität erst mit dem Universum entstanden ist, kann man nicht sagen, dass Gott das Potenzial hatte, das Universum zu erschaffen.
  4. Wenn die Energie erst mit dem Universum entstanden ist, dann kann man auch nicht sagen, dass Gott der Verursacher der Existenz von Energie ist, denn es hätte bereits Energie gegeben haben müssen, bevor Energie entstand - und das ist eine absurde Annahme.
Ist eine der vier Bedingungen nicht gegeben, so reicht das bereits aus, um mit Sicherheit sagen zu können, dass Gott das Universum nicht verursacht haben kann, mithin auch nicht der Schöpfer des Universums sein kann. Es ist aber keine einzige der Bedingungen erfüllt! Oder anders gesagt, ein Wesen, welches das Universum geschaffen oder verursacht hat, kann nicht existieren. Man kann es auch so ausdrücken, dass das Universum nicht verursacht sein kann, wenn man annimmt, dass es, bevor das Universum anfing zu existieren, weder Raum, Zeit noch Energie gab.

In Diskussionen versuchen sich Theisten meist damit herauszureden, dass Gott das Universum eben "irgendwie anders" verursacht haben müsse. Aber man kann redlicherweise ohne die vier Grundbedingungen nicht von Ursache sprechen, sondern müsste dafür einen völlig anderen Begriff von Schöpfung und Ursache benutzen - und würde damit jeden Sinn aus der Behauptung entfernen, Gott sei der Schöpfer des Universums.

Das ähnelt dem Versuch, die Behauptung "Der Ball ist weiß" damit gegen die Tatsache, dass der Ball schwarz ist, zu "verteidigen", in dem man das Schwarz zu einer "anderen Art von Weiß" umdefiniert und weiterhin davon redet, dass der Ball weiß sei, während doch jeder sieht, dass er schwarz ist. Wenn man aber so die Begriffe verkehrt und umdefiniert, dann bedeutet dies, dass von allem ebenso das Gegenteil der Fall sein kann, die Worte verschwimmen, die Begriffe werden zu ihrem Gegenteil, man verwendet sie nur anders, versucht aber immer noch, sie im ursprünglichen Sinne zu verwenden. Das erschwert eine Diskussion bis hin zur Unmöglichkeit, miteinander zu reden, wenn man versucht, jedes Problem zu lösen, in dem man erstmal sich die Begriffe so zurechtdefiniert, wie man möchte. Denn selbst wenn man Weiß zu Schwarz umdefiniert - die Zuordnung von Begriffen zu Eigenschaften ist ja willkürlich - ist der Ball immer noch nicht schwarz und weiß gleichzeitig, der von mir oben skizzierte Widerspruch verschwindet nicht, in dem man die Begriffe umdefiniert.

Außerdem handelt es sich um ein magisches Wortverständnis - die Realität wandelt sich nicht, in dem wir die Worte anders verwenden. Die Welt bleibt die Gleiche, auch wenn wir eine andere Sprache reden und jedes Wort anders verwenden, als ursprünglich gedacht.

Es gibt noch einen schwächeren Einwand gegen Gott als der Ursache des Universums. Unter welchen Bedingungen können wir eine Kausalität (Ursache-Wirkungs-Beziehung) überhaupt annehmen? Genau dann, wenn wir eine Regelmäßigkeit beobachtet haben: Immer dann, wenn Ereignis A eintritt, tritt kurz darauf das Ereignis B ein. Das ist noch kein Beweis für Kausalität, so könnte man z. B. beobachten, dass immer dann, wenn in Hamburg um zwölf Uhr eine Sirene heult, die Menschen einer Fabrik in München zur Mittagspause eilen - aber die Sirene in Hamburg ist nicht die Ursache des Verhaltens der Menschen in München. Trotzdem ist eine Regelmäßigkeit oft ein Hinweis auf einen Kausalzusammenhang oder eben dem Verdacht, dass eine Kausalbeziehung vorliegen könnte. Aber von wie vielen Universen haben wir beobachten können, dass wann immer Gott sich anschickt, eines zu schaffen, auch tatsächlich ein Universum entsteht? Von keinem einzigen! Insofern ist es nicht gerechtfertigt, davon auszugehen, dass Gott die Ursache für die Entstehung des Universums ist!

Außerdem ist da noch der Punkt 3., der uns zu einem weiteren interessanten Gedanken führt. Gott, der Schöpfer des Universums, müsste selbst das Potenzial haben, die Welt hervorzubringen. Man könnte dies als "Schöpferfähigkeit" oder "Schöpferpotenzial" bezeichnen. Es ist die Fähigkeit, seinen Willen direkt in Ereignisse umzusetzen. D. h. wenn Gott beispielsweise will, dass in der Welt gilt: E = m * c^2 (Energie ist gleich Masse mal dem Quadrat der Lichtgeschwindigkeit, Einsteins berühmte Formel), dann ist dies fortan eine Eigenschaft der Welt. Woher hat Gott diese Fähigkeit?

Normalerweise wird Gott noch etwas zugeschrieben, was für ihn wesentlich sein soll. Gott, so wird gesagt, kann von nichts anderem abhängen. Seine Existenz kann nicht auf etwas beruhen, was nicht Gott selbst ist. Man bezeichnet die Tatsache, dass unsere Existenz von etwas abhängt, als Kontingenz. Ich selbst bin als Person kontingent, d. h. meine Existenz hängt davon ab, dass meine Eltern existieren. Ohne meine Eltern gäbe es mich nicht. Meine Eltern wiederum hängen von ihren Eltern ab, sind also kontingent, usw. usf., bis zum ersten Ur-Einzeller, dessen Existenz wieder von verschiedenen Umständen abhängt (der Existenz der Erde, den Naturgesetzen usw. usf.). Man kann auch sagen, dass jede Existenz bedingt ist, also von bestimmten Bedingungen abhängt, ohne die es nicht existieren kann. Das bedeutet, dass jedes Ding ebenso gut auch nicht existieren könnte, denn wenn die Bedingungen nicht erfüllt sind, dann existiert es auch nicht. Hätte es meine Eltern nie gegeben, so würde es auch mich nicht geben. Daraus wurde abgeleitet, dass dies für Gott nicht gelten kann, ja nicht gelten muss. Gott kann nicht kontingent sein, andernfalls wäre er nicht Gott!

Daraus entstand der Kontingenzbeweis. Alles ist von Vorbedingungen abhängig, ohne die es nicht existieren könnte. Es sei aber sinnlos, diese Bedingungen bis ins Unendliche weiterzuführen, es muss also etwas geben, was von keiner Vorbedingung abhängt, also nicht kontingent ist. Dieses Wesen nennen wir Gott. Dieser Beweis ist dem der ersten Ursache sehr ähnlich und kann auch genau so widerlegt werden. Formal:

(P1) Alles, was existiert, hängt von Vorbedingungen ab (ist also kontingent).
(P2) Es ist aber sinnlos, eine unendliche Kette von Vorbedingungen (oder Kontingenzen) anzunehmen.

(S1) Es muss daher etwas gegeben haben, das von keiner Vorbedingung abhängt.
(S2) Dieses Wesen nennen wir Gott.

Selbst wenn (S1) ein korrekter Schluss wäre, so folgt daraus nicht (S2), denn schon die Existenz des Universums selbst könnte von keiner Vorbedingung abhängen. (P1) widerspricht (P2) und damit auch (S1). Ob (P2) gerechtfertigt ist, ist sehr zweifelhaft, bislang konnte nicht gezeigt werden, dass eine endlose Kette von Ursachen oder Kontingenzen unmöglich ist. Außerdem, wenn die Existenz von allem letztlich von Gott abhängt, ist Gott eine Vorbedingung für die Existenz des Bösen und aller Übel, womit man an seiner vollkommenen Güte zweifeln müsste, ebenso generell an seiner Vollkommenheit. Ich will die Widerlegung hier aber nicht komplett ausführen.

Halten wir fest, dass Gott von nichts und niemandem abhängig sein kann, weil wir in dem Fall nicht von Gott reden würden (jedenfalls nicht von dem Gott des Judentums, Christentums und des Islams). Greifen wir aber wieder die Frage auf, woher Gott die Fähigkeit hat, seinen Willen zu aktualiseren, also real werden zu lassen?

Er kann sie sich nicht selbst verliehen haben, denn dann müsste man sofort fragen, woher er die Fähigkeit hat, sich selbst solche Fähigkeiten zu verleihen usw. usf., man gerät in einen unendlichen Regress. Nimmt man an, wie es die Theologen tun, dass ein unendlicher Regress nicht durchführbar ist oder logisch nicht möglich, dann kann Gott nicht existieren. Wieso?

Weil Gott dann von etwas abhängig wäre, was nicht auf ihn zurückgeht. Die Fähigkeit zur Schöpfung kann er sich nicht selbst verliehen haben, aber von der Vorbedingung, diese Fähigkeit zu haben, hängt seine Existenz als Gott ab. Ohne diese Fähigkeit wäre er nicht Gott! Man kann nun sagen, dass diese Fähigkeit zum Wesen Gottes selbst gehört, aber das beantwortet nicht die Frage danach, warum Gott das alles kann. Sein Wesen, seine Eigenschaften, sind dann von seiner Natur abhängig, aber diese Natur kann er nicht erschaffen haben, was bedeutet, dass diese für ihn grundlegend ist. Gott ist von seiner eigenen Natur abhängig, und diese Natur ist etwas, was Gott nicht geschaffen hat, er ist also kontingent, was seine Fähigkeiten betrifft. Aber behaupten die Theologen nicht, dass Gott nicht kontingent sein kann, sonst wäre er nicht Gott? Aber da es auch für Gott Vorbedingungen gibt, deren Schöpfer er nicht sein kann, ist Gott kontingent. Wenn er aber kontingent ist, ist er nicht Gott.

Fazit

:

Ein Gott, der die Ursache des Universums ist, gibt es nicht, weil es sinnlos ist, Gott als die Ursache des Universums zu bezeichnen. Ein Gott, der von nichts abhängig ist, kann ebenfalls nicht existieren, weil seine Fähigkeit zur Schöpfung von einer grundlegenden Natur abhängig ist. Kurz, der Gott des Christentums kann unmöglich existieren.

Es nützt nichts, die Begriffe anders zu definieren, weil man damit keine Probleme löst, sondern nur die Diskussion unmöglich macht. Setzt man für Gott die Logik außer Kraft, handelt man sich eine Fülle weiterer Probleme ein. Alle diese Probleme lassen sich vermeiden, wenn man annimmt, dass das Universum unverursacht und nicht geschaffen ist, oder ewig existiert, oder kein Beginn und kein Ende hat, aber in jedem dieser Fälle kann ein Schöpfergott nicht existieren.

Der Denkfehler, der hinter dem allen steckt



Die Annahme, dass Gott existiert, beruht auf einem ganz bestimmten Denkfehler - dieser Fehler macht die Annahme, dass es einen Gott gibt, so plausibel, aber nichtsdestotrotz handelt es sich um einen Fehler. Wir nehmen normalerweise an, dass wenn alle Elemente einer Menge eine bestimmte Eigenschaft haben, dass diese Eigenschaft dann auch für die Menge insgesamt gilt. Wenn alle Dinge im Universum eine Ursache haben (oder kontingent sind), dann muss auch die Gesamtheit aller Dinge - also das Universum selbst - eine Ursache haben (oder kontingent sein). Wie man sieht, kann man diese Behauptung nicht aufrecht erhalten, ohne dass sich logische Widersprüche ergeben. Ein Beispiel, um den Fehlschluss zu verdeutlichen, der hinter diesen Annahmen steckt:

(1) Alles im Universum hat eine Ursache, folglich muss das Universum selbst eine Ursache haben.

(2) Alle Kaninchen, die jemals existiert haben, konnten nicht älter werden als 100 Jahre. Folglich kann die Gesamtheit der Kaninchen nicht älter als 100 Jahre sein.

Derselbe falsche Schluss, einmal, wie in (1), nicht offensichtlich, aber in (2) offensichtlich falsch. Wenn "kann nicht älter als 100 Jahre werden" eine Eigenschaft aller jemals existierenden Kaninchen war, so gilt dies nicht für die Gesamtheit aller Kaninchen. Man wechselt die Ebene - man schließt von der Gesamtheit aller einzelnen konkreten Kaninchen darauf, dass die Menge der Kaninchen selbst nicht älter als 100 Jahre ist. Der Fehler in (2) ist deswegen so offensichtlich, weil wir ganz genau wissen, dass es schon vor mehr als 100 Jahren Kaninchen gab, und weil wir wissen, dass sich Kaninchen fortpflanzen, es also eine Kette von Kaninchen gibt, so dass die Gesamtheit der Kaninchen nicht die Eigenschaft jedes einzelnen Kaninchens haben muss. Die "Menge aller Kaninchen" hat auch weder ein Fell noch rote Augen, auch wenn alle Kaninchen diese Eigenschaft hätten  [2].

Aber was Universen angeht, so haben wir nicht viel Erfahrung - wir kennen nur genau eines, und das auch noch unvollkommen. Von daher widerspricht unsere Erfahrung nicht dem Fehlschluss, weil wir schlicht keine Erfahrung haben, die dem widersprechen könnte! Daher fällt der logische Widerspruch in (1) nicht auf, und die Theologen können uns diesen Fehlschluss "unterjubeln", so wie er auch ihnen vermittelt worden ist (viele Theologen glauben an die Richtigkeit dieses Fehlschlusses). Lässt man sich von seiner Intuition nicht irreleiten und denkt die logischen Konsequenzen "bis zum bitteren Ende" durch, dann wird offensichtlich, dass mit der Behauptung, dass Gott existiert, etwas nicht stimmen kann.

Machen wir das nochmal deutlich: Wenn die Gesamtheit aller Dinge, die existiert, eine Ursache hat (und/oder kontingent ist), dann gilt dies auch für alle Dinge, die ich dieser Menge hinzufüge. Finde ich nur ein Ding, für dass das nicht gilt, dann gilt auch, dass nicht alle Dinge, die existieren, eine Ursache haben muss (oder kontingent sind). Wenn man also zu der Gesamtheit aller Dinge, die existieren, noch Gott, der ja auch existieren müsste, hinzufügt, dann muss entweder die Gesamtheit aller Dinge (auch Gott!) eine Ursache haben, oder es haben nicht alle Dinge (wie etwa Gott) eine Ursache. Wenn aber nicht alles, was existiert, eine Ursache haben musss, dann kann man dies auch vom Universum behaupten, denn mit der Annahme, dass es einen Gott gibt, widerspricht man explizit der Behauptung, dass alles eine Ursache haben müsste. Außer natürlich, man nimmt an, dass auch die Existenz Gottes eine Ursache hat, aber dann reden wir nicht mehr über den monotheistischen Gott. Die "Gesamtheit aller Dinge" muss nicht genau die Eigenschaft haben, die jedes einzelne Mitglied der Gesamtheit hat, dieser Schluss ist unlogisch.

Die Umdefinition der Begriffe nützt nichts, weil man dann entweder mitten in seiner Argumentation die Definitionen ändern muss, was bedeutet, dass die Argumentation inkonsistent ist, also logisch falsch, oder man muss zugeben, dass der Schluss nicht aus der Argumentation folgt, womit die Argumentation ungültig wird. Und wenn man mitten in der Argumentation die Dinge umdefiniert, also aus Schwarz plötzlich Weiß macht, dann ist alles möglich - und aus Falschem folgt Beliebiges (aber eben immer etwas Falsches). In diesem Fall folgt die falsche Behauptung, dass Gott existiert.

Konfusius, er sagt: "Gott existiert nicht, und ich bin sein Prophet."



Anmerkungen:
  1.  A wird verursacht von B, B wird verursacht von C usw. usf., bis in alle Ewigkeit. (Zurück)
  2.  Es ist übrigens ein gutes Mittel, wenn man die Logik eines Arguments überprüfen will, den Inhalt des Arguments auszuwechseln und zu sehen, ob das Argument dann immer noch einleuchtet. Gute Argumente sind für Änderungen des Inhalts "unanfällig". (Zurück)

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