Die Welt hat einen übernatürlichen Ursprung, Gott greift ein


Inhaltsverzeichnis:

      Auf welche Weise greift Gott ein?
         Einwand: Man kann nicht voraussetzen, dass alles im Rahmen der Naturgesetze geschieht
         Wie ließe sich eine übernatürliche Ursache beweisen?

 

Auf welche Weise greift Gott ein?

Auf diese Frage gibt es mehrere mögliche Antworten:

§ Gott greift so ein, dass sein Eingreifen nicht von natürlichen Vorgängen zu unterscheiden ist

§ Gott kann nach Belieben die Naturgesetze umgehen und Wunder erzeugen

Natürliche Vorgänge meint Ereignisse, die im Rahmen der bekannten Naturgesetze stattfinden. Leider kennen wir noch nicht alle Gesetze der Natur, daher kann man das nur schwer voneinander unterscheiden: Ein Geschehen könnte im Einklang mit bestehenden, aber noch nicht erkannten Naturgesetzen ablaufen.

Aber: Der Begriff Naturgesetz wird oft missverstanden. Siehe dazu auch: Was sind Naturgesetze?.

Ein nicht erkanntes Naturgesetz ist für uns  keines. Wir können und dürfen nicht voraussetzen, dass wir alle Naturgesetze kennen. Daher kann ein Verstoß~ der Regeln der Natur nur dazu führen, unsere Kenntnisse über Naturgesetze zu erweitern, zu verfeinern oder zu verändern.

Wenn man also behauptet, dass ein Vorfall gegen die Naturgesetze verstößt, müsste man perfektes Wissen über alle Regeln der Natur besitzen. Das ist nicht der Fall. Daher ist es unmöglich, den 1. und 2. Fall voneinander zu unterscheiden!

 

Einwand: Man kann nicht voraussetzen, dass alles im Rahmen der Naturgesetze geschieht

Den Naturalisten, die davon ausgehen, dass alles auf natürliche Weise vorgeht, wird gerne Dogmatismus vorgeworfen. Man hält ihnen vor, dass sie davon ausgehen, dass jedes Geschehnis auf natürlichen Vorgängen beruht.

Aber die eigentliche Haltung ist die: Lasst uns annehmen, dass jeder Vorgang auf allgemeinen Regeln basiert, bis zum Beweis des Gegenteils. Diese Annahme ist sinnvoll, weil bislang noch keine Ausnahme einwandfrei bestätigt werden konnte. Diese Voraussetzung ist das Ergebnis einer jahrhundertelangen Diskussion.

Der Supernaturalist, der behauptet, es gäbe übernatürliche Ursachen, wäre in der Pflicht, seinen Standpunkt zu beweisen. Bisher sind alle dahingehenden Versuche gescheitert. So ist es wahrscheinlich, dass diese Position falsch ist. Zu 100% lässt sich dies nicht belegen, wir reden daher von Wahrscheinlichkeit.

 

Wie ließe sich eine übernatürliche Ursache beweisen?

Dazu muss man begreifen, was wir unter einer Ursache verstehen: Was ist eine Ursache?

Nehmen wir an, wir fänden einen guten Beweis für die Existenz von Telepathie (Gedankenübertragung). Nach dieser wurde geforscht, ohne Ergebnis. In dem Moment, in dem man einen solchen Nachweis führen könnte, wäre Telepathie automatisch ein natürlicher Vorgang! Wir müssten dann unsere Erkenntnisse der Naturgesetze erweitern.

Dies wird meist nur unzureichend bedacht. Die Behauptung besteht darin, dass Vorgänge in der Natur nach allgemeingültigen Regeln stattfinden. Dass sich diese nicht wissenschaftlich erforschen lassen, kann nur daran liegen, dass unsere Analysemethoden nicht ausreichen!

Der Widerspruch besteht darin, zu meinen, übernatürliche Ereignisse ließen sich mit wissenschaftlichen Methoden nicht beweisen. Dies setzt voraus, dass die Wissenschaft abgeschlossen ist und alles erklären kann, aber andererseits ein bestimmtes Geschehen eben doch nicht erklären kann. Selbstverständlich ist die Annahme, die Naturwissenschaften seien komplett, falsch. Aber nur wenn man von dieser falschen Annahme ausgeht, ergibt die Behauptung, dass ein Ereignis übernatürlich sei, einen Sinn.Anders gesagt: Der Supernaturalist behauptet gleichzeitig, dass die Wissenschaft alles erklären kann, aber dass sie nicht alles erklären kann.

Solange der Supernaturalist diesen Widerspruch nicht aufhebt, sind alle seine Behauptungen, es gäbe übernatürliche Vorgänge, rein willkürlich und ohne Belang. Die Wissenschaft wird sie als irrelevant zurückweisen müssen. Das ist kein Dogmatismus, sondern die Konsequenz aus dem logischen Widerspruch!

Man muss diesen Selbstwiderspruch im Hinterkopf behalten, wenn man von einem Eingreifen Gottes redet, bei dem gegen natürliche Gesetzmäßigkeiten verstoßen wird. Genau daran  ist der Supernaturalismus bislang gescheitert.

Eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem Supernaturalismus finden Sie hier:

Naturalismus versus Supernaturalismus I und →Naturalismus versus Supernaturalismus II.

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