Inhaltsverzeichnis:

      Primat des Geistes
         Geist als eine spezielle Kategorie
         Wie geht es weiter?

 

Primat des Geistes

Die Vorstellung, dass zuerst der Geist (Gottes) da war, der dann die materielle Welt aus dem Nichts geschaffen hat, ist eine gängige (monotheistische) Vorstellung. Dies bezeichnet man als »Primat des Geistes« (das Geistige war zuerst da).

Die gegenteilige Ansicht, »Primat der Materie«, bezeichnete man früher als Materialismus. Der Ausdruck ist veraltet und missverständlich, man sollte ihn daher nicht mehr benutzen. Hier ist der Geist eine Funktion materieller Prozesse.

Alle Erkenntnisse der Neurologie, der Biologie, der Physiologie deuten darauf hin, dass alle tierischen und menschlichen geistigen Prozesse auf materieller Basis ablaufen. Jeder Versuch, das Gegenteil zu beweisen, ist gescheitert.

 

Geist als eine spezielle Kategorie

Man kann philosophisch argumentieren, dass geistige »Dinge«, wie beispielsweise Zahlen, kein Teil der materiellen Welt sind. Die Zahl »1« ist ein abstraktes Konzept. Diese existiert unabhängig von aller Materie. Diese Idee ist umstritten, aber um die Diskussion in Gang zu halten, werde ich an dieser Stelle auf Gegenargumente verzichten.

Dass Geistiges eine eigene Welt bildet, ist eine platonische  Vorstellung, die auf den Philosophen Platon zurückgeht.

Wie immer man auch dazu steht, eines sollte deutlich sein: Die geistige Welt, wenn man sie genau betrachtet, besteht aus Ideen, Vorstellungen, abstrakten Konzepten, die zeitlos  sind und daher statisch  (unveränderlich). Menschen können Ideen entwickeln und verbessern, indem sie darüber nachdenken. Das ist ein Prozess. Er bedeutet, dass man sich von einer Idee zur anderen bewegen kann. Aber wenn wir von einer Idee an sich  reden, dann ist diese unabänderlich, sie bewegt sich nicht, ohne dass ein Lebewesen darüber seine Gedanken ändert.


Primat des Geistes  plus einem Schöpfergott  setzt voraus, dass Gott denken und handeln kann. In Kombination mit einer platonischen Ansicht über Ideen führt dies zu einem logischen Widerspruch.

Man muss zusätzlich annehmen, dass ein reiner Geist  denken und handeln kann. Während zur Materie als Eigenschaft die Bewegung dazugehört ist dies bei einer Idee nicht der Fall.

 

Wie geht es weiter?

Um weitermachen zu können müssen Sie also annehmen, dass Gott ein reiner Geist ist, der zumindest denken kann (aber auch handeln).

Sie müssen als einer dieser zwei Ansichten zustimmen:

Gottes Geist ist fähig, zu denken und zu handeln
Um an Gott glauben zu können, muss man die Logik verwerfen


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