Inhaltsverzeichnis:

      Was ist Gott, wenn er nicht Geist, Materie oder Energie ist?
         Gott als vollkommen transzendent
         Gott als der ganz andere

 

Was ist Gott, wenn er nicht Geist, Materie oder Energie ist?

Manchmal wird Gott als »höherdimensional« beschrieben. Bekannt sind uns folgende Dimensionen:

  1. Nullte Dimension: ein Punkt (Gebilde ohne Ausdehnung).
  2. Erste Dimension: eine (gerade) Linie, eine Reihe von unendlich vielen Punkten
  3. Zweite Dimension: eine durch zwei Linien aufgespannte Fläche
  4. Dritte Dimension: der dreidimensionale Raum, dessen Grundlage eine Fläche bildet, auf der eine Linie senkrecht steht
  5. Vierte Dimension: eventuell die Zeit

Jede höhere Dimension setzt die niedrigeren Dimensionen voraus!

Wenn Gott als als »höherdimensional« beschrieben wird, setzt dies die Existenz der niedrigen Dimension, Raum und Zeit, voraus. Gott kann also nicht existieren, ohne dass man den Raum und die Zeit voraussetzt.

Die Superstringtheorie  beschreibt das Universum als ein elfdimensionales Gebilde. Sie schließt aber einen Schöpfergott positiv aus.

Was also soll das sein – ein höherdimensionaler Gott?

 

Gott als vollkommen transzendent

Wie auch immer man Gott beschreibt, wenn er vollkommen transzendent ist, kann man auf keinerlei Beobachtungen zurückgreifen. »Transzendenz« ist ein völlig unbestimmter Begriff, ein Konzept ohne jede reale Grundlage.

Widerspruch: Gott kann nicht gleichzeitig als »real« betrachtet werden aufgrund von Ideen, die nichts mit der uns bekannten Realität zu tun haben. 

Gott als der ganz andere

Man kann Gott eine völlig andere »Substanz« zusprechen. Dann erhebt sich die Frage, woraus diese bestehen soll, und woher sie kommt? Wir haben dann eine unbekannte Substanz, von der wir auch nicht wissen, woher sie kommt, ob sie ewig ist, ob sie sich nicht eventuell entwickelt hat. Wir kennen nur Geist  und Materie.

Man kann immer alles mit etwas völlig unbekanntem  »erklären«. In diesem Fall handelt es sich um keine Erklärung. Es gibt für uns nur zwei Möglichkeiten, etwas zu erklären:

  1. Wir führen etwas bislang Unbekanntes auf etwas Bekanntes zurück.
  2. Wir rekapitulieren die Entstehungsgeschichte von etwas.

Führen wir etwas Bekanntes oder Unbekanntes auf etwas Unbekanntes zurück, dann haben wir es mit einer Pseudoerklärung  zu tun. Das funktioniert immer. Es gibt keine Schwerkraft, sondern unbekannte Kobolde, die alle schweren Objekte nach unten drücken oder ziehen. Wir haben es mit einer unbekannten Energie zu tun. Ausdenken kann man sich unendlich viel. Dass es sich so verhält, ist unendlich unwahrscheinlich, die Anzahl möglicher Alternativen ist nur durch unsere Fantasie begrenzt. Dann wäre eine Erklärung aber nur ein Mangel an Einbildungskraft beim Erfinden alternativer Sachverhalte.

In Diskussionen mit Gläubigen läuft es häufig darauf hinaus, dass jeder Einwand gegen Gott oft mit immer fantastischeren Alternativen »entkräftet« wird. Lässt man dies als Widerlegung zu, kann man auf dieselbe Weise die Widerlegung widerlegen, dann hat man nicht mehr als einen Wettstreit »Wer kann sich die unglaublicheren Geschichten ausdenken?« _1_.

Dasselbe geschieht, wenn man für Gott die Logik »aufhebt«:

Um an Gott glauben zu können, muss man die Logik verwerfen

Eventuell möchten Sie zu dieser Beschreibung zurückkehren:

Gott ist reiner Geist

Oder, Sie bestehen darauf, dass Gott vollkommen transzendent ist:

Gott ist vollkommen transzendent

Oder Sie kehren zurück und wählen eine andere Möglichkeit:

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1. Dann ist das Projekt dieser Website undurchführbar: Denn auf jede Frage gibt es unendlich viele Antwortmöglichkeiten, die zu unendlich vielen neuen Fragen führen, die wiederum unendlich viele Antworten nach sich ziehen etc. Es ist so schon mehr, als ich handhaben kann. Zurück zu 1


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