Inhaltsverzeichnis:

      Der Glauben an die Allmacht Gottes
         Kann Gott einen Stein schaffen, den er nicht heben kann?
         Kann Gott Böses tun?
         Weiß Gott, was er tut?
      Widersprüche über Widersprüche!
         Frage: Hat Gott ein Bewusstsein?

 

Der Glauben an die Allmacht Gottes

Im Apostolischen Glaubensbekenntnis ist Allmacht die einzige Eigenschaft Gottes, die zweimal  erwähnt wird. Auch im Islam wird ihm dieses Attribut zugesprochen.

Die Voraussetzung für Allmacht ist Allwissen. Auf die Problematik hatte ich bereits hingewiesen.

 

Kann Gott einen Stein schaffen, den er nicht heben kann?

Mit diesem Paradoxon wird die Allmacht Gottes bestritten. Die Antwort der Theologen: Gott kann nur tun, was logisch möglich ist. Wir haben es folglich mit einer von Logik beschränkten Allmacht zu tun.

Allmacht ist eigentlich ein Konzept, das unbeschränkte Macht bedeutet. 

Kann Gott Böses tun?

Das wird von Theologen gerne bestritten. Der Mensch kann das, aber Gott nicht – es liegt nicht in seinem Wesen, lautet die Behauptung. Die andere Ansicht, über die wir noch sprechen werden, ist die, dass alles, was Gott tut, per Definition  gut ist. Wenn also Hitler Menschen ermordet, ist es böse, wenn Gott dies in einer Sintflut tut, ist es gut.

Wenn alles, was Gott tut, gut ist, dann gibt es keine gute Moral. Wenn Gott nur tun kann, was gut ist, weil er vom Wesen her gut ist, ist er nicht allmächtig.

Man kann sich da aber heraushelfen: Selbstverständlich kann Gott Böses tun, er tut es nur nicht!

Wenn Gott nur tun kann, was irgendwie aus irgendwelchen Gründen in seinem »Wesen« liegt, für das er ja nicht verantwortlich ist (er ist nicht die Ursache seiner selbst), dann betrachten wir mal folgendes Beispiel:

McNase ist ein Lebewesen, das nur eine Sache tun kann: Er kann sich an der Nase kratzen. Das liegt in seinem Wesen. Nach der Definition ist McNase ebenso allmächtig, wie ein Gott, der nur tun kann, was seinem Wesen entspricht.

Die »Lösung« besteht darin, das Konzept von »Allmacht« solange aufzuweichen, bis es zu nichts mehr taugt. Dann verschwinden die Widersprüche. Deswegen lasse ich »Allmacht« an dieser Stelle durchgehen, gebe aber zu bedenken, dass Sie damit nicht das meinen, was Sie denken, das es bedeutet.

 

Weiß Gott, was er tut?

Weiß Gott im Voraus, was er als Nächstes tun wird?

Wenn ja, dann ist er nicht frei in seinen Handlungen. Er muss tun, was er weiß, tun zu müssen. Dann ist er nicht allmächtig.Wenn nein, dann ist er nicht allwissend. 

Widersprüche über Widersprüche!

Wir halten an dieser Stelle fest: Allwissen ist in sich widersprüchlich, Allmacht auch. Beides widerspricht sich wechselseitig, und jede Lösung besteht darin, das Konzept aufzuweichen – wenn auch meist unbemerkt.

Normalerweise kann man davon ausgehen, dass ein Etwas, was über logisch widersprüchliche Attribute verfügt, auch nicht existiert _1_.

Ich gehe davon aus, dass die meisten Gläubigen ohnehin nur eine schwammige Vorstellung von den Konzepten »Allamcht« und »Allwissen« haben und sich daher der Widersprüche nicht bewusst sind. Außerdem kann man beides so aufweichen, dass es doch logisch möglich ist, so dass wir hier nicht mit der Bemerkung aussteigen müssen, dass an dieser Stelle der Atheismus unausweichlich ist.

 

Frage: Hat Gott ein Bewusstsein?

Ja, Gott hat ein Bewusstsein!
Nein, Gott hat kein Bewusstsein
Was bedeutet »Bewusstsein«?
Keine dieser Antworten passt!

1. An dieser Stelle erfolgt oft der Hinweis auf Licht, das sich mal wie eine Welle und mal wie ein Teilchen verhält. Aber das ist kein logischer Widerspruch, wir haben nur Probleme damit, uns ein Teilchen vorzustellen, das sich wie eine Welle verhält. Unvorstellbar  ist aber nicht dasselbe wie unlogisch  und daher nicht dasselbe wie unmöglich. Zurück zu 1


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