| |

Hauptmenu
|
Denkfallen - was tun im Falle einer Falle?
Das grundsätzliche Problem des Fundamentalismus ist eine Denkfalle (eine genauere Erläuterung einer Denkfalle befindet sich hier), in der sich die Gläubigen gefangen haben (oder gefangen wurden). Der Mechanismus der Denkfalle ist im Prinzip einfach, in der Praxis jedoch schwer zu durchschauen, da der Mechanismus durch (meist frühkindliche) Indoktrination verstärkt wurde. Hinzu kommt oft noch die Verwendung falscher Logik, dazu gibt es →hier eine wunderschöne Sammlung (leider in englischer Sprache). Eine allgemeine Einführung in die Problematik der Denkfallen finden Sie hier: →Denkfallen und Paradoxa.
Wenn man die eigenen grundlegenden Anschauungen gegen Kritik immunisiert, so schafft man sich eine (scheinbar) sichere, durch keinerlei Argumente oder Fakten zu erschütternde Basis. In einem kulturellen Ausleseprozess setzen sich genau die Auffassungen durch, die sich am leichtesten durch Indoktrination quasi "einpflanzen" lassen, und die nicht argumentativ zu widerlegen sind. Vom logischen Standpunkt aus lässt sich zeigen, dass man damit fast zwangsläufig zum Monotheismus kommt: Denn hier hat man eine Basis, die man nicht mehr zu verteidigen braucht, weil eine Widerlegung unmöglich ist.
Der Monotheismus ist also einer der möglichen logischen Endpunkte einer Immunisierungsstrategie gegen Kritik (ein anderer Endpunkt wäre der Solipsismus, der aber äußerst selten vertreten wird: vermutlich, weil das Werben von Anhängern sich mit der Grundannahme nicht verträgt, folglich kann sich diese Idee in einer Kultur nur schwerlich "fortpflanzen"). Sobald es keinen möglichen Einwand gegen die Grundlagen mehr geben kann, ist ein Stadium der Sicherheit erreicht, in der jeder Kritiker als Zerstörer von Sicherheit, damit als "Feind" erscheinen muss. Die Grundannahmen sind aber eine "uneinnehmbare" Festung, die nur einen (nicht offensichtlichen) Konstruktionsfehler hat: Es fehlt der Ausgang. Damit macht sich der Fundamentalist zum Gefangenen seiner eigenen Gedankenkonstruktion. Daraus resultiert eine Stagnation des Denkens.
Vom Prinzip her ähnelt dies dem Grübelzirkel, dem Depressive oft zum Opfer fallen. Auch hier ist ein Ausweg schwer, weil Logik (d. h. die meisten sprachlichen Möglichkeiten) zur Hilfe ausfallen.
Letztlich landet auch der Fundamentalist wieder im Münchhausentrilemma, aber er schirmt sich gegen diese Erkenntnis so gut ab, wie es nur geht, weil die Konsequenzen unangenehm sind. Vor allem deswegen, weil sich mit diesen Methoden jeder beliebige Unfug immunisieren lässt (was auch getan wird, je nach Modewelle: Astrologie, Ufologie etc. pp.). Es ist erstaunlich, wie viel Unsinn mit dem Argument verteidigt wird, es müsse wahr sein, weil es nicht widerlegt werden könne. Hier fehlt die Einsicht, dass man dies auf zirkulärem Denken beruht (denn gerade der Zirkel flößt Vertrauen ein: Wenn aus A logisch B folgt, und man hält beides für richtig, und aus B folgt wiederum A, dann stützt sich dies doch gegenseitig, muss folglich "noch wahrer" sein - Grundlage der Falle).
Aus diesem Teufelskreis kann man nur entkommen, wenn man die Denkweise umdreht: Wenn es nicht widerlegt werden kann, dann kann es auch nicht wahr sein, bzw. man hat eine Tautologie konstruiert oder sich in einer Denkfalle gefangen. Das Umdrehen dieser Argumentation war eine große Leistung von Popper.
Und weil es so häufig vorkommt, demonstriere ich in einem kleinen Exkurs eine weitere "populäre" Denkfalle auf der folgenden Seite: Die Pascalsche Wette.
Konfusius, er sagt: "Stiftung Glaubenstest sagt: Ihr Glaube genügt den minimalsten Sicherheitsanforderungen und Qualitätsansprüchen nicht und kann die Hölle für Sie bedeuten!"
⇐ Intoleranz - Subjektivismus ⇒
|
|

Suche und weiter(es)
|
|