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Der Islam: ein nicht aufgeklärter Fundamentalismus
Ursprünglich sollte dies eine Website zum Islam werden. Aber ich habe inzwischen meine Meinung darüber geändert, denn ich halte es für sinnvoller, "vor der eigenen Haustür" zu kehren. Und vor der eigenen Tür steht das Christentum, der Islam hat demgegenüber nur eine Minderheitenposition. Für eine Website in deutscher Sprache ist der Islam also eher zu vernachlässigen (das sähe anders aus, wenn ich auf Englisch schreiben würde). Warum sollte ich eine Minderheit kritisieren, wenn es wichtiger wäre, sich zuerst mit der Mehrheit auseinander zu setzen?
Falls Sie also Informationen zum Islam suchen, dann muss ich sie auf eine andere Websites verweisen.
Eine gute erste Einführung in den islamischen Glauben finden Sie bei Alois Payer: →Materialien zur Religionswissenschaft - Islam. Eine längere und kritischere Einführung findet sich unter →Das Leben Mohammeds, sein Reich und seine Lehre (diese Seite ist christlich gefärbt und mit Vorsicht zu genießen, es ist aber oft interessant, zu hören, was die eine Religion über die andere zu sagen hat - die Kirchen, so sagt Robert Green Ingersoll, Misstrauen einander, weil sie sich selbst und die anderen kennen ...).
In englischer Sprache gibt es hier Informationen: →ISLAM - The second largest world religion ... and growing. Diese Website, mit vielen Informationen zu allen größeren Religionen auf dieser Welt, hat sich der religiösen Toleranz und der Kritik an religiös motivierter Gewalt verschrieben. Ein wichtiger Punkt für Toleranz ist natürlich auch die Kenntnis der anderen Position. Die andere Position möge gehört werden ist ein wichtiger Grundsatz der Diskussion. Wer sich also über den Islam informieren möchte, der möge daher vor allem auch die islamische Seite berücksichtigen: →Islam.de oder →Islam Today (auch in deutscher Sprache, sowie in Englisch und Türkisch). [1]
Man darf aber nicht vergessen, dass der Islam, ähnlich wie das Christentum auch, selbst aus sehr unterschiedlichen Positionen besteht. Das liegt in der Natur der Sache. Im Gegensatz zu den Behauptungen der Anhänger einer einzigen Position ist nämlich keine Weltanschauung in ihren Grundlagen völlig eindeutig. Christen berufen sich auf dieselbe Bibel, haben aber teilweise völlig unterschiedliche Interpretationen. Und obwohl der Koran nicht von der Uneinheitlichkeit der Übersetzungen und den verschiedenen Varianten geplagt wird wie die Bibel gibt es doch eine Uneinheitlichkeit der Interpretation. Teilweise beruht diese auf selektiver Auswahl der Suren, Missachtung des Kontexts und individuell geprägter Auslegung, teilweise aber auch an internen Widersprüchen (was im Islam genauso geleugnet wird wie im Christentum auch - in beiden Religionen werden Widersprüche "weginterpretiert").
Übrigens wird auch im Islam Kritik als "Kufr" (= Unglauben) aufgefasst. Und wenn auch verschiedene Positionen im Islam (z. B. die Sura El-Kafiroun = die Ungläubigen) zur Toleranz gegen andere Philosophien oder Glaubensrichtungen aufrufen, so gibt es auch die Aufforderung, Ungläubige zu töten. Aber Kritik ist kein Angriff, sondern eine Aufforderung zum eigenen (selbstständigen) Denken.
Die Drohung, im Falle einer Kritik Gewalt anzuwenden, kennen wir auch aus dem Christentum zur Genüge [2] - dort aber vor allem aus der Zeit vor dem Zeitalter der Aufklärung. Nach der Aufklärung hat sich dies deutlich reduziert.
Dem Islam mangelt es aber an einem Zeitalter der Aufklärung. Es gab und gibt im Islam keinen →Voltaire. Es gab keinen →Kant, keinen →Nietzsche, keinen →Feuerbach, keinen →Sigmund Freud. Viele andere wären noch zu nennen ...
Immerhin, Voltaire hat sich auch zum Islam geäußert, nicht nur zum Christentum: →Voltaire über Mohammed und den Islam (= Unterwerfung). Und es regt sich auch so allmählich im Islam selbst die Kritik am Islam. Ein Beispiel dafür finden Sie hier: →Rationalist International.
Auch im Islam gibt es (wie im Christentum) Fundamentalismus. Wesentlich für den Fundamentalismus, gleich welcher Glaubensrichtung, ist: archaische, antiquierte und vorwissenschaftliche Denkweisen und Denkverbote. Die Moderne findet nicht statt.
Solange Anders- oder Nichtgläubige als Menschen zweiter Klasse angesehen werden, solange wird es keine Möglichkeit zur Verständigung mit dem Islam oder dem Christentum geben mit dem Menschen, die solche Positionen vertreten. Man mag mit einzelnen, fortschrittlichen und aufgeklärten Anhängern des Islams oder des Christentums reden können, aber dies ist eine Einzelfallentscheidung. Zum Dialog gehören meistens zwei. Sonst ist es ein Monolog (wie dieser Text hier). Und zur Toleranz gehört es, die Position eines anders Denkenden grundsätzlich erstmal anzuerkennen, wie man den Anderen auch zunächst als Mensch akzeptieren muss. Und dies ist stets bei allen Beteiligten notwendig.
Um zu begründen, welche Schwierigkeiten ein Dialog mit Fundamentalisten bereitet, muss zunächst gezeigt werden, wie fundamentalistische Auffassungen sich verbreiten, und wie die Alternativen entstanden sind. Aus Gründen der Vereinfachung nehme ich hier die europäische Geschichte und das Christentum. Was das Christentum angeht werde ich aber darüber hinaus auch zeigen müssen, dass auch in den liberalen Positionen noch viel von den antiquierten Ansichten mit drin stecken.
Einiges an der grundlegenden Kritik am Christentum auf den folgenden Seiten kann man übrigens auch auf den Islam anwenden. So verwendet auch der Islam mit Vorliebe längst widerlegte Gottesbeweise, stützt sich auf Offenbarung und Wunder, hängt einem Supernaturalismus an und bekämpft den Atheismus. Und auch der Islam setzt sehr stark auf den (blinden) Glauben.
Aber auch die modernen Ideen und die Kritik an den Religionen verbreitet sich nicht von alleine - um den Dialog zwischen der Moderne und den Glaubensformen wieder anzufachen, dafür sthet diese Website.
Konfusius, er zitiert: "Wozu zwingt man die Menschen in bestimmte Religionssysteme, wenn sie nachher Jahrzehnte brauchen, um wieder davon loszukommen?" (Friedrich Schiller)
Anmerkungen:
- Für weitere Linkvorschläge bin ich sehr dankbar! Herr Winterhoff war in dieser Hinsicht wieder sehr rührig und hat mir viele Links zugeschickt - leider die meisten in französischer Sprache. Meine völlig verkümmerten Französischkenntnisse aus meiner Schulzeit reichen leider nicht aus, die Websites zu beurteilen, und ohne Kenntnisse des Inhalts mag ich die Links nicht veröffentlichen. (Zurück)
- Vor allem bei der allen Ketzern früher drohenden Strafe des Verbrennens bei lebendigem Leibe. Heute, wo das Christentum kaum noch physische Gewalt ausüben kann oder darf, wird eher zum Mittel der verbalen Drohung gegriffen - diese Drohung schwingt beispielsweise mit, wenn einem Zweifelnden erzählt wird, er ginge seines Seelenheils verlustig, wenn er seinen Zweifeln nachgibt. (Zurück)
⇐ Toleranz im Christentum - Begründung des Glaubens ⇒
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